VDA bevorzugt andere Städte Frankfurt verliert IAA

Blick auf die IAA, die im vergangenen Jahr noch in Frankfurt stattgefunden hatte. Als Nachfolger wird der VDA zwischen Berlin, Hamburg und München entscheiden.
Blick auf die IAA, die im vergangenen Jahr noch in Frankfurt stattgefunden hatte. Als Nachfolger wird der VDA zwischen Berlin, Hamburg und München entscheiden.

Die IAA wird zum ersten Mal seit 1951 nicht mehr in Frankfurt stattfinden. In einer Ausschreibung bevorzugt der VDA andere Städte.

Statt mit Frankfurt will der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) mit Berlin, Hamburg und München weitere Gespräche führen, um in den kommenden Wochen den Zuschlag für die Ausrichtung im Jahr 2021 zu erteilen.

Eine entsprechende Shortlist stellte der VDA am Mittwoch in Berlin vor. An der Ausschreibung hatten sieben deutsche Städte teilgenommen. Aus dem Rennen sind damit neben dem bisherigen Gastgeber Frankfurt auch Köln, Stuttgart und Hannover. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bedauerte die Entscheidung sehr: »Offensichtlich will der Verband eine grundsätzliche Neuorientierung. Das Frankfurter Konzept war gut«, erklärte er am Mittwochabend auf Twitter.

Auch die Ideen und Konzepte der Stadt Frankfurt am Main seien sehr eindrucksvoll gewesen, erklärte der Verband in einer Mitteilung. Die Entscheidung gegen Frankfurt sei nach fast 70 Jahren nicht leicht gefallen. »Doch nach Auswertung aller relevanten Kriterien wird die IAA 2021 nicht mehr am Messestandort Frankfurt am Main stattfinden.«

Die Besucherzahl auf der IAA war im letzten Jahr auf 550.000 gesunken, nachdem die Messe in den Vorjahren noch zwischen 800.000 und 900.000 Besucher angelockt hatte.

Deshalb will der VDA das Konzept ändern und die Messe zu einer Mobilitätsplattform umbauen: Es soll nicht mehr nur um Autos gehen, sondern es sollen verschiedene Formen der Mobilität gezeigt werden. Eine solche Plattform müsse eng mit der Stadt verbunden sein, in der die IAA künftig stattfinden wird.
 
»Wir sind enttäuscht und geschockt«, sagte Frankfurts Wirtschafts-Dezernent Markus Frank (CDU). »Dieser schwere Tag lehrt, dass alles, was eine Stadt an Institutionen und Veranstaltungen hat, gepflegt werden muss.« Für die Bewerbung hatten sich neben Frank auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) stark gemacht. Feldmann hatte allerdings Kritik an der Veranstaltung geübt, auf der er nach seiner Darstellung im September 2019 kein Grußwort sprechen durfte.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Nils Kößler, machte den OB verantwortlich für die Schlappe. Er habe als Aufsichtsratschef der Messe nichts unternommen. »Er hätte das Thema sofort zur Chefsache machen müssen. Im Rhein-Main-Gebiet hängen direkt oder indirekt tausende Arbeitsplätze an der IAA, von den Messebauern bis zur Hotellerie und den Taxifahrern. Die monatelange Untätigkeit von Peter Feldmann ist unverantwortlich und unsozial gewesen«, kritisierte Kößler.

Die IAA hatte seit 1951 regelmäßig auf dem Frankfurter Messegelände stattgefunden und bei einzelnen Ausgaben bis zu einer Million Menschen angesprochen. Bei der vorerst letzten IAA im vergangenen Jahr waren hingegen nur noch 560.000 Besucher gekommen. Dafür gab es starke Proteste gegen PS-Protzerei und Flächenverbrauch durch den Autoverkehr.