simTD Feldversuche zur Car-to-X Kommunikation gestartet

Nach mehrjähriger Forschungsarbeit ist im Rhein-Main-Gebiet einer der weltweit größten Feldversuche zur Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation (Car-to-X Kommunikation) gestartet.

Ende 2008 gaben das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Startschuss für das Projekt „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (SIMTD), jetzt startet der Praxistest. Seit gestern wird mit einer Flottenstärke von 120 Versuchsfahrzeugen Funktionalität, Alltagstauglichkeit und Wirksamkeit der simTD-Technologie auf Autobahnen, Bundesstraßen sowie städtischen Routen in und um Frankfurt am Main erstmalig unter realen Bedingungen getestet. Die Fahrversuche werden unter wissenschaftlicher Leitung von Hochschulinstituten der Verkehrspsychologie und Verkehrstechnik geplant, durchgeführt und anschließend ausgewertet.

Die Modellregion bietet dafür optimale Rahmenbedingungen: ein hohes Verkehrsaufkommen, modernste Verkehrserfassungs- und Verkehrssteuerungsanlagen sowie alle relevanten Straßenkategorien, die eine Übertragbarkeit auf andere Regionen erlauben. „Mit simTD bringen wir jetzt eine zukunftsfähige Technologie auf die Straße, mit deren Hilfe Fahrzeuge untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur vernetzt werden. Fahren wird dadurch sicherer, komfortabler und effizienter", erklärt simTD-Projektleiter Dr. Christian Weiß.

simTD ist ein Gemeinschaftsprojekt deutscher Automobilhersteller, Zulieferer, Kommunikationsunternehmen, Forschungsinstitute sowie Straßenbetreiber. Ziel des Projektes ist die Entwicklung und umfassende Erprobung von Technologien, mit denen Fahrzeuge untereinander und mit den Verkehrszentralen der Straßenbetreiber Daten austauschen. So können Autofahrer beispielsweise über Gefahrenbremsungen vorausfahrender Wagen, über Hindernisse auf der Straße, über die Verkehrslage an der nächsten Baustelle oder über die optimale Geschwindigkeit, um die nächste Ampel bei Grün zu erreichen, informiert werden. Gleichzeitig speisen die Fahrzeuge ihre Daten anonymisiert in die Verkehrszentralen ein, die dadurch ein noch umfassenderes, aktuelleres und präziseres Bild der Verkehrslage errechnen können.

Prognosen zur Verkehrsentwicklung und die Verkehrssteuerung sollen dadurch verlässlicher werden, der Verkehrsfluss verbessert und dadurch die Verkehrssicherheit erhöht werden. "Aufgrund der verbesserten Informationslage können Verkehrsteilnehmer ihre Fahrweise frühzeitig anpassen, Unfälle und somit auch Staus werden vermieden", so Weiß.

Perspektivisch sollen kooperative Systeme wie die Car-to-X Kommunikation vollständig und dauerhaft in den Straßenverkehr integriert werden. Voraussetzung ist allerdings ein einheitlicher Standard der Infrastruktur sowie eine breite Markteinführung der fahrzeugseitigen Komponenten durch die Automobilindustrie. „simTD legt dafür den Grundstein, denn mit dem Projekt werden die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einführung der Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung vorbereitet", betont Weiß:

simTD-Projektpartner sind: Adam Opel, Audi, BMW, BMW Forschung und Technik, Daimler (simTD-Projektleitung), Ford Forschungszentrum Aachen, Volkswagen, Robert Bosch, Continental, Deutsche Telekom, Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Technische Universität Berlin, Technische Universität München, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Universität Würzburg, Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement und Stadt Frankfurt am Main.

Gefördert und unterstützt wird das Projekt durch die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Bildung und Forschung (BMBF), Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie durch das Land Hessen, den Verband der Automobilindustrie e.V. und das Car 2 Car Communication Consortium.

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Forschungsprojekt simTD

Verkehrshindernisse wahrnehmen, bevor man sie sieht. Gefahren erkennen, bevor sie zur Bedrohung werden. Schnell, sicher und entspannt ans Ziel kommen. Diese Vision einer sicheren, intelligenten Mobilität ist die Motivation hinter dem Forschungsprojekt si