Forschungsprojekt simTD Feldversuch zur Car-to-X-Kommunikation

simTD steht für Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland. Hinter diesem etwas sperrigen Namen verbirgt sich ein Forschungsprojekt, bei dem die Car-to-X-Kommunikation auf Herz und Nieren geprüft werden soll.

Im Forschungsprojekt simTD haben sich Unternehmen der Automobil- und Telekommunikationsbranche, die hessische Landesregierung, die Stadt Frankfurt am Main sowie namhafte Universitäten und Forschungsinstitute zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Funktionalität, Alltagstauglichkeit und Wirksamkeit von Car-to-X-Kommunikation erstmalig unter realen Bedingungen zu erproben. Nach vierjähriger Forschungsarbeit ist in Hessen dazu jetzt einer der weltweit größten Feldversuche zur Car-to-X-Kommunikation gestartet. Mit über 120 Versuchsfahrzeugen wird die Technologie nun auf Autobahnen, Bundesstraßen sowie städtischen Routen in und um Frankfurt am Main erstmalig im realen Straßenverkehr erprobt. Die BMW Group ist dabei der einzige Projektpartner, der sich an dem Feldversuch sowohl mit Automobilen als auch mit Motorrädern beteiligt.

Die BMW Group betrachtet stets alle beteiligten Zielgruppen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Neben Anwendungen für die Automobile der BMW Group und zum Fußgänger- oder Radfahrerschutz, ist gerade beim Thema Car-to-X-Kommunikation auch die Einbindung von Motorrädern in die gegenseitige Vernetzung ein wichtiger Aspekt. BMW Motorrad ConnectedRide ist das Zweiradpendant zu BMW ConnectedDrive und setzt den Schwerpunkt auf die Erhöhung der Sicherheit von Motorradfahrern. Ein zentraler Bestandteil des Projektes liegt dabei in der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen auf Basis der Car-to-X-Kommunikation. Motorradfahrer sind im Straßenverkehr anderen Gefahren ausgesetzt als Autofahrer. Bestimmte Situationen, wie beispielsweise Nebel, rutschige Straßen oder starke Niederschläge sind für Motorradfahrer deutlich herausfordernder als für Autofahrer. Aufgrund ihrer schlanken Silhouette werden Motorräder leider auch leichter übersehen. Daher kann es Motorradfahrern sehr helfen, wenn sie frühzeitig auf besondere Situationen hingewiesen werden. Oft kommt dabei den Autos trotzdem eine bedeutende Rolle zu: Sie fungieren quasi als Absender der Warnung: So kann die Aktivierung der Nebelscheinwerfer, der höchsten Scheibenwischerstufe oder das Eingreifen des DSC im Auto bei normaler Fahrt ein Hinweis auf widrige Umstände an einer bestimmten Stelle sein. Das Motorrad erhält diese Informationen, der Motorradfahrer ist dann bestens informiert.

Im Forschungsprojekt simTD werden für BMW Group Automobile und Motorräder diverse auf Car-to-X-Kommunikation basierende Fahrerassistenzsysteme erprobt. So können z. B. Lichtsignalanlagen Informationen über ihre Schaltzeiten übertragen, damit ein Fahrerassistenzsystem entweder über die optimale Geschwindigkeit für eine persönliche „grüne Welle“ informieren oder vor einer Rotlichtüberfahrung warnen kann (Ampelphasen-Assistent). Ein gezielter Transfer von Daten über die Verkehrslage, die Fahrbahnbeschaffenheit und weitere Faktoren ermöglicht es, frühzeitig Warnungen vor Unfällen (Hinderniswarnung), Staus (Stauendewarnung) oder Glatteisbildung (Straßenwetterwarnung) von einem Fahrzeug an andere Verkehrsteilnehmer in der Umgebung zu verbreiten. Zusätzlich ist auf Grundlage der übermittelten Fahrzeugdaten eine Berechnung des Kollisionsrisikos möglich, sodass beispielsweise vor Zusammenstößen an Kreuzungen gewarnt werden kann (Querverkehrsassistent). Weitere Car-to-X-Funktionen im Forschungsprojekt simTD sind die Warnung vor Einsatzfahrzeugen, das elektronische Bremslicht sowie der Verkehrszeichen-Assistent.