Analyse von Oliver Wyman Fahrzeugvernetzung wird zum wichtigen Instrument im Aftersales

Fahrzeugvernetzung schaffen Voraussetzung für neue Dienstleistungen.
Fahrzeugvernetzung schaffen Voraussetzung für neue Dienstleistungen.

Laut einer neuen Oliver Wyman Analyse bietet die Fahrzeugvernetzung den OEMs eine Chance, im Wettbewerb mit unabhängigen Anbietern mithalten zu können und die Fahrzeugnutzer auch über den Garantiezeitraum hinaus an sich zu binden.

Voraussetzung dafür ist aber, dass erst einmal die Basisvernetzung im Auto schnell in die Fläche gebracht wird. Danach müssen gezielte Zusatzdienstleistungen integriert und mit Monitoring-Systemen und Callcentern die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden.

So könnten OEMs ihren Kunden künftig attraktive und individuelle Services zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Gäben die OEMs jetzt Vollgas und nutzten die Vorteile der Fahrzeugvernetzung konsequent, hätten die Unabhängigen im Aftersales erst einmal das Nachsehen. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Oliver Wyman-Analyse „Connected Cars zur Kundenbindung im Aftersales“.

Unvermindert intensiv ist der Wettbewerb zwischen Automobilherstellern und unabhängigen Anbietern im profitträchtigen Aftersales-Geschäft – insbesondere nach Ablauf der Garantiefristen. Freie Werkstätten locken die Kunden von Vertragswerkstätten mit aggressiven Festpreisangeboten für Inspektionen und Reparaturen. Dabei sind Service und Ersatzteile mit Profitbeiträgen von 30 bis 50 Prozent für OEMs und ihre Händler nach wie vor eine zentrale Ertragsquelle. Im aufkommenden Zeitalter der Connected Cars aber steigen die Aussichten von Herstellern und Vertragshändlern, bei jüngeren Fahrzeugen im Aftersales Marktanteile zu stabilisieren und längerfristig verlorenes Terrain bei älteren Fahrzeugen zurückzuerobern.

Marktanalysen zufolge sollen 2016 weltweit schon rund 210 Mio. Fahrzeuge vernetzt sein, im letzten Jahr waren es noch 45 Mio. Autos. Westeuropa soll hier eine entscheidende Rolle spielen, denn ab 2015 soll der automatische Notruf in der EU Pflicht sein. Von da an müssen alle Neufahrzeuge mit einem eCall-System ausgestattet werden. „eCall könnte für die OEMs zum Türöffner für ein anhaltend erfolgreiches Aftersales-Geschäft werden“, erklärt Sven Wandres, Partner bei Oliver Wyman. „Denn es bildet die Basis für die Fahrzeugvernetzung der Zukunft und ist ein sehr gutes Instrument für die Kundenbindung im Automobilsektor.“