Continental Erster integrierter E-Achsantrieb für Großserien

Die Serienfertigung des elektrischen Antriebsstrangs startet Continental noch in diesem Jahr in China.
Die Serienfertigung des elektrischen Antriebsstrangs startet Continental noch in diesem Jahr in China.

Der leistungsstarke, leichte und kompakte Achsantrieb wird noch in diesem Jahr in China und Europa auf die Straße kommen.

Mehrere Hersteller werden ihn in unterschiedlichen Elektromodellen einsetzen. »Hochintegriert« bedeutet in diesem Fall, dass der neue Hochvolt-Antrieb Elektromaschine, Leistungselektronik und Untersetzungsgetriebe in einem Gehäuse vereint. Weil diese Komponenten einschließlich der Leistungselektronik aufeinander abgestimmt wurden, haben sich Bauraum und Gewicht verringert: Der Achsantrieb wiegt nun weniger als 80 kg. Ins Getriebe neu integriert wurde die Funktion einer elektrischen Parksperre. Zudem können Kabelverbindungen und Stecker entfallen, was das Kostenniveau senkt. Als einer von wenigen Systemanbietern kann der Continental Antriebsbereich damit einen kompletten, elektrifizierten Antriebsstrang aus einer Hand anbieten.

Den Achsantrieb bietet Continental in zwei Leistungsstufen mit 120 oder 150 kW an. Was die Leistung von bis zu 150 kW und das maximale Drehmoment von bis zu 310 Nm betrifft, ist der neue elektrische Achsantrieb mit einem 2-Liter-Turbodiesel-Motor herkömmlicher Bauart vergleichbar. E-Maschine und Leistungselektronik des neuen Systems sind flüssigkeitsgekühlt.

Der Strom für das elektrische Heizen des Katalysators kann von einer effizienten 48-V-Hybridisierung kommen. Continental hat auf dem Rollenprüfstand mit dem Super Clean Electrified Diesel Versuchsfahrzeug demonstriert, dass sich mit dem elektrisch heizbaren Katalysator sogar der anspruchsvolle London Traffic Cycle erfüllen lässt: Der NOx-Ausstoß bei diesem kurzen Zyklus mit vielen Standzeiten (Stau), niedriger Motorlast und vielen Anfahrvorgängen lag unter 27 mg/km. Gleichzeitig sank der CO2-Ausstoß um 4 g/km.

Der Achsantrieb von Continental eignet sich für zahlreiche Fahrzeugklassen und -konzepte. Konkret wird das Antriebsmodul noch in diesem Jahr in einem europäischen Kleinwagen sowie in mehreren Kompakt-SUVs asiatischer Hersteller auf die Straße kommen. Neben diesen neuen Elektrofahrzeugen klassischer OEMs bringt die neue Continental-Technologie auch das Elektrofahrzeug Sion des deutschen Start-up-Unternehmens Sono Motors in Fahrt. Der Sion ist das erste in Serie gefertigte Elektrofahrzeug, in dessen Karosserie Solarzellen integriert sind. Damit produziert das Auto autark elektrische Energie, was die Reichweite vergrößert. Die Produktion des Autos, dessen Elektronik-Architektur für innovative Sharing-Konzepte vorbereitet ist, wird im kommenden Jahr beginnen. Die Partnerschaft zwischen Continental und Sono Motors ist langfristig über den gesamten Lebenszyklus des Sion angelegt.

Die Serienproduktion des neuen, weltweit eingesetzten Achsantriebs wird im dritten Quartal 2019 im Continental-Werk im chinesischen Tianjin beginnen. Der Grund für die Fertigung in China ist einerseits die Nähe zum aktuell größten und am schnellsten wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge, andererseits die starke Lieferantentenkette, die sich Continental in China aufgebaut hat.

Langjährige E-Erfahrung

Bereits im Jahr 2006 begann bei Continental die Entwicklungsarbeit an einem Elektroantrieb, der ab 2011 in einem Elektroauto eines europäischen Herstellers zum Einsatz kam. In die neue, dritte Generation des Achsantriebs floss nicht nur die Erfahrung rund um den Elektroantrieb ein, sondern auch die Erfahrung aus dem jahrelangen Alltagseinsatz dieser Technologie.