3. VDI-Fachkongress Elektromobilität 2011 Elektromobilität in China

Das was Jochen Siebert, Managing Director bei JSC Automotive, Shanghai, über China berichtet, lässt Europa wirklich blass aussehen. Denn das, was der chinesische Staat in die Entwicklung der Elektromobilität investiert, ist nicht nur finanziell deutlich mehr als in Europa oder Deutschland, sondern das Vorgehen an sich ist strukturierter und deutlich umfassender.

So unterstützt das Land bereits seit 10 Jahren massiv die Entwicklung von Elektromobilität in China. 

»Ging es anfänglich darum, die Abhängigkeit vom Öl zu verringern, geht es heute um einen Wettbewerbsvorteil. China hat erkannt, dass das Land bei den Verbrennungsmotoren sowieso keine Chance mehr hat. Aber in der Elektromobilität sehen sie eine Möglichhkeit, Europa und die USA zu überholen«, erklärt Siebert. Und das lässt sich das Land einiges kosten. So werden rund 11 Mrd. Euro (100 Mrd. RMB) geplant, wobei demnächst im Rahmen des Energy Saving and New Energy Vehicle Industry Development Plan (2011 bis 2020) dargelegt werden soll, wie das Geld verplant ist. Aber laut Siebert sollen angeblich 1 Mio. Elektrofahrzeuge bis 2015 geplant. Siebert: »Der Staat unterstützt Forschung, subventioniert die Herstellung und den Kauf von Elektrofahrzeugen und errichtet ein Smart Grid. Mehr kann ein Staat eigentlich nicht mehr tun.«

In China fände eigentlich an jeder großen Universität Forschung im Bereich der Elektromobilität statt, auch jeder Fahrzeughersteller sei involviert. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 die Infrastruktur stehen soll. Und dieses Ziel hält Siebert auch für durchaus realistisch, obwohl die Standardisierung dort noch schlechter vorangekommen ist als hier. Den oben genannten 1 Mio. E-Fahrzeuge erteilt Siebert allerdings eine Absage, so glaubt er, dass selbst 2018 der Gesamtmarkt weniger als 50.000 E-Fahrzeuge pro Jahr betragen wird.