Kommentare der Leser Elektromobilität – aber ohne Subventionen der OEMs

Wenn schon Subventionen, dann für Batterieforschung, Systemabstimmungen oder vielleicht Infrastrukturmaßnahmen

Dr. Bernhard Luckscheiter:

»Eine Förderung bewegt etwas in eine bestimmte Richtung. Solange der Förderer weiß, was wer tut, kann das ja durchaus sinnvoll sein. Im Falle der Automobilindustrie ist die Richtung klar: Mach weiter wie bisher.

Das Wechseln von einem Verbrennungsmotor gegen einen Elektromotor ist kein Ereignis, was für den Benutzer wirklich von Relevanz ist. Statt Benzin fülle ich halt nun Strom ein. Wenn die Reichweite stimmt, ist das alles wie gehabt.

Freuen können sich gleichzeitig die Stromlieferanten. Woher denn die ganze Energie für Millionen von Pkws kommen soll, ist ja nicht wirklich klar. So kann man doch auch mal wieder über Atomkraft nachdenken oder zumindest die Laufzeiten verlängern (das ist wohl sowieso das lukrativste. Mit der Abwrack-Prämie hat man zwar das Gegenteil gemacht....)

Fraglich ist, ob es als Anreiz Subventionen geben muss. Vielleicht reicht ja auch ein stark ansteigender Ölpreis. Mittlerweile gehen viele Prognosen davon aus, dass das Maximum der Ölförderung gerade erreicht ist oder zumindest kurz bevorsteht. Wenn es schon Subventionen geben soll, dann würde ich eher dafür eintreten, dass diese für Batterieforschung, Systemabstimmungen oder vielleicht Infrastrukturmaßnahmen ("Elektrotankstellen") verwendet werden und nicht der Kauf des Wagens direkt gefördert wird.

Jeder, der etwas globaler die Sache betrachtet, weiß, dass es aber nicht wie gehabt einfach weitergehen kann. Wir müssen Gewohnheiten ändern und wirklich Neues ausprobieren. Insofern finde ich die Entwicklung von Elektro-Fahrrädern gerade wesentlich spannender als die Auto-Diskussion. Hier passiert etwas Neues. Auch der untrainierte Durchschnittsmensch kann mit diesen Gefährten Strecken von 10 bis15 km zurücklegen. Das reicht meist für den Weg zur Arbeit. Mit etwas mehr Training können leicht 100 bis 200km zurückgelegt werden (so die Akkus mitmachen)! Die Entwicklung hat meines Erachtens erst angefangen und in den nächsten Jahren sind hier wirklich interessante Produkte zu erwarten. Andere Radprojekte in Paris und London sind viel versprechend. Mehr und mehr Menschen sind bereit, statt nur 200 Euro vielleicht 2000 Euro für ein gutes Rad zu bezahlen. Ich sehe hier durchaus auch wirtschaftliche Aspekte. Geld ist vorhanden und es kann verschieden ausgegeben werden.

Ich habe starke Zweifel an der Nachhaltigkeit und an der globalen Verantwortung bei der Subvention von Elektroautos. Sicher gibt es auch noch viele andere Aspekte, aber wir reden hier ja über Individual-Mobilität.

... andere schreiben Bücher darüber, ich ende hier mal mit meiner schriftstellerischen Tätigkeit!«