So reagiert Daimler auf Tesla »Electric now has a Mercedes!«

Im Kunstmuseum Artipelag am Ufer der Stockholmer Schären zeigt Dieter Zetsche wie Mercedes-Benz in die neue Ära der Elektromobilität aufbrechen will.
Im Kunstmuseum Artipelag am Ufer der Stockholmer Schären zeigt Dieter Zetsche wie Mercedes-Benz in die neue Ära der Elektromobilität aufbrechen will.

Alltagstaugliche E-Mobilität – wie Daimler sie sich vorstellt, zeigt das Unternehmen mit dem EQC, »ein Elektroauto, das gleichzeitig zu 100 Prozent ein Mercedes ist«, wie Dieter Zetsche formuliert.

Damit dürfte der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars auch gemeint haben: So sieht ein Elektroauto von einem Hersteller aus, der weiß, wie man Autos baut. Aus seiner Sicht dürfte so manche neue Firma, die im Zuge des Hypes um E-Fahrzeuge entstanden ist, die Komplexität hinter der Autoproduktion unterschätzt haben. Es wird ihn mit Sicherheit ein wenig ärgern, dass es Tesla gelungen ist, zumindest ins obere Segment erfolgreich vorgedrungen zu sein. Andererseits dürfte es ja nicht genügen, einfach mal ein neues Modell auf die Räder zu bringen. Es muss ein Gesamtkonzept dahinter stehen.

So ist der jetzt präsentierte rein batteriebetriebene EQC nur das erste Mercedes-Benz Modell der Produkt- und Technologiemarke EQ. Zetsche spricht von einer neuen Ära: »Electric now has a Mercedes!«
    
Mercedes habe dazu im EQC Design, Funktionalität und Service auf einzigartige Weise zusammengebracht und biete alltagstaugliche E-Mobilität in einem ganz besonderen Paket. »Optisch ist der Crossover-SUV Vorreiter einer avantgardistischen Elektro-Ästhetik«, so formuliert das Unternehmen, und verkörpere zugleich in seiner Designsprache progressiven Luxus. In puncto Qualität, Sicherheit und Komfort sei er der Mercedes-Benz unter den Elektrofahrzeugen und überzeuge in der Summe seiner Eigenschaften. Sogar der Preis – es ist von rund 60.000 Euro die Rede – gilt in dieser Klasse als alltagstauglich. Der EQC ähnele zwar dem bekannten GLC, soll aber nicht dessen kleiner Elektro-Bruder sein, wie ein Daimler-Sprecher betonte. 80 Prozent seien völlig neu konzipiert.

Der EQC – Stromverbrauch kombiniert: 22,2 kWh/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km – zeichnet sich mit seinen zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit zusammen 300 kW Leistung durch eine hohe Fahrdynamik aus. Dank einer ausgeklügelten Betriebsstrategie ist eine elektrische Reichweite von über 450 km nach NEFZ möglich. Mit Mercedes me biete EQ zudem umfassende Services und mache Elektromobilität nicht nur interessant sondern auch bequem.

Dass Daimler die e-Mobilität deutlich weiteren Rahmen sieht, als nur aus Sicht des Fahrzeugetyps, zeigten verschiedene Vorträge zu den Themen Entwicklung, Design, Sicherheit, Antrieb, zur Elektromobilitätsmarke EQ sowie zur Produktionsstrategie für das neue Elektrofahrzeug.

Bis zum Jahr 2022 will Mercedes insgesamt zehn neue Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen. Das dürfte auch für einen Automobilhersteller mit jahrzehntelanger Erfahrung im Automobilbau eine Herausforderung sein, denn Elektrofahrzeuge zu bauen, das lässt sich nicht eins zu eins aus der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren übernehmen. Hier müssen mit Sicherheit noch Lernkurven durchschritten und ganz neue Erfahrungen gesammelt werden.