Microns Lab in München Dominanz bei Memory-Chips für Automotive

Datentransferraten von 400 MByte/s erreichen Microns serielle NOR-Flash-Speicher XTRMFlash, die es mit Kapazitäten von 128 MByte bis 2 GByte gibt.

Auf mehr als 25 Jahre Know-how bei Speicherbausteinen für das Automotive-Segment blickt Micron Technology zurück als derzeit dominierender Memory-Hersteller für diese Branche. Das Lab in München hat klaren Fokus auf Car-OEMs und Tier1-Zulieferer.

Damit das so bleibt, wird die Kooperation mit den Car-OEMS und den Tier1-Zulieferern bereits im Entwicklungsstadium mittels weltweit acht Labs intensiviert, wobei das Münchner Lab vorrangig auf Automotive fokussiert.

Der globale Umsatzanteil am Memory-Business im Automotive-Umfeld für das Jahr 2014 verdeutlicht die führende Position des US-amerikanischen Speicherspezialisten: Der Marktanteil für DRAMs beträgt demnach laut Gartner 59%, weit abgeschlagen folgen ISSI (17%) und Nanya (11%). Deutlich geringer ist der Abstand allerdings bei Flash-Speichern für Kfz: Micron erreicht hier 32%, gefolgt von Spansion (25%), Samsung (14%) und Toshiba (13%). Addiert man die Umsätze für RAM und Flash, so kommt Micron auf einen Marktanteil von 38%, dahinter rangieren Spansion (13%), Samsung (9%), ISSI (8%) und Toshiba (7%). 2015 dürfte Microns Marktanteil laut eigener Einschätzung eher noch gestiegen sein.

Die führende Position zu behaupten oder gar auszubauen, dabei sollen aktuelle Innovationen wie LDDR4 und der derzeit schnellste, serielle NOR-Flash XTRMFlash (Octal-Flash) helfen. Im Vergleich mit parallelem NOR hat XTRMFlash weniger Pins (bis zu 75% weniger) und verbucht somit beim Flächenbedarf deutliche Vorteile, zudem hat sich in puncto Geschwindigkeit (400 MByte/s) der Abstand verringert. Dessen Kapazitäten erstrecken sich derzeit von 128 MByte (1 GBit) bis 2 GByte, erste Muster sind bereits verfügbar.

Neben neuen Speicherbausteinen spielen in Microns Strategie die rund um den Globus verteilten acht Labs in den USA (zwei Labs), Deutschland (München), Taiwan, Singapur, Korea, Japan und China eine wichtige Rolle. Derzeit kümmern sich rund 30 Ingenieure um die Belange der Partner und Kunden. Dr. Reinhard Weigl, als Senior Director Systems Engineering & Architecture EBU bei Micron Technology verantwortlich für die insgesamt acht Labs, betont den neuen Ansatz: »Wir agieren sozusagen als erweiterte Werkbank für unsere Kunden. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von der Design-Phase bis hin zur Serienreife.«

Dass dieses Konzept angenommen wird, zeigt die Entwicklung des im September 2012 in Ismaning gegründeten deutschen Labs: Mit dem Umzug Mitte 2015 nach München hat sich die Lab-Fläche verdreifacht, die Zahl der Test-Ingenieure auf sechs verdoppelt. »Wir sind von Anfragen geradezu überschwemmt worden«, formuliert Weigl. Die Kunden greifen auch gerne auf die Zusammenarbeit zurück, wenn sie selbst nicht über das hochperformante Test-Equipment verfügen – hier kostet ein Oszilloskop schon mal 500.000 Euro und mehr. Ein weiterer wichtiger Punkt in der noch jungen Geschichte des Münchner Labs ist die im November 2014 erfolgte Zertifizierung gemäß TS16949, die anderen sieben Labs werden folgen.