Renault-Nissan Diplomatie verdeckt Risse – und wieviel Geld bekommt Ghosn?

Carlos Ghosn, früherer Verwaltungsratschef des Renault-Partners Nissan, während einer Pressekonferenz.
Nach dem Rücktritt von Carlos Ghosn ist die Zukunft der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi ein Politikum zwischen Japan und Frankreich. In Frankreich ist auch die Abfindung von Ghosn ein brisantes Thema.

Das Verhältnis zwischen Renault und Nissan ist Thema auf höchster Regierungsebene – die Diplomatie übertüncht die Brüche, noch. Ghosns Abfindung interessiert ebenfalls.

Japans Premierminister Shinzo Abe bezeichnete die Allianz als ein Symbol der japanisch-Französischen Zusammenarbeit auf industrieller Ebene und wünscht weiterhin deren Stabilität.

Gegenüber AFP sagte der französische Präsident Emmanuel Macron, dass die Balance zwischen Renault und Nissan gewahrt bleiben müsse, darauf werde er achten.  Er glaube nicht, dass die Ereignisse die bestehende Balance, die sich als stabil erwiesen habe, ändern könnten.

Renault drängt darauf, dass Nissan eine Aktionärsversammlung einberuft, um die Nachfolge Ghosns zu klären. Nissan hatte das Drängen seines größten Anteilseigners (43,4 Prozent) zweimal zurückgewiesen. Kurz bevor Jean-Dominique Senard zu einem der Nachfolger Ghosns an der Spitze von Renault ernannt wurde, ließ Nissan wissen, nun doch mit einer Aktionärsversammlung  Mitte April einverstanden zu sein.

Ghosns Abfindung

Außerdem hat Macron gegenüber Abe sein unterstrichen, dass Ghosn, der schon sehr lange in Haft sei, fair behandelt werden sollte. Derzeit ist in Frankreich auch eine Debatte darüber im Gange, wie hoch wohl die Abfindung für Ghosn ausfalle werde. Die Gewerkschaft CGT schätzt seine Abfindung auf 25 bis 28 Mio. Euro plus einer jährlichen Pension von 800.000 Euro, wie Reuters berichtet. Laut Finanzminister Bruno Le Maire werde darauf geachtet, dass die Abfindung im Rahmen bleibe. Außerdem soll künftig gesetzlich geregelt werden, dass die Chefs großer französischer Unternehmen ihre Steuern künftig in Frankreich bezahlen müssen. Ghosn soll seine Geschäfte so arrangiert haben, dass er Steuern in den Niederladen bezahlen muss.