Nissan-Renault-Mitsubishi-Krise Die Spannungen verschärfen sich

Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.
Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.

Renault will eine außerordentliche Aktionärsversammlung einberufen – Nissan will sie verhindern.

Während Carlos Ghson zum ersten Mal zu den Anschuldigungen Stellung nehmen durfte, wegen der er in Untersuchungshaft sitzt, haben sich die Spannungen zwischen Renault und Nissan verschärft. Laut Nikkei Asian Review will Nissan dem Wunsch Renaults nicht folgen, eine außerordentliche Aktionärsversammlung abzuhalten. Hiroto Saikawa, CEO von Nisan und früherer Protegé von Ghosn, hält dies für unnötig, wie er in einem Brief an Thierry Bollore geschrieben habe, der den immer noch als offiziellen CEO amtierenden Ghosn innerhalb von Renault vertritt.  
Dahinter steht, dass Renault als größter Aktionär von Nissan (43,3%) bei der Besetzung des Managements und insbesondere der Nachfolge von Ghosn ein Wort mit sprechen möchte.

Umgekehrt hält Nissan nur 15 Prozent der Anteile an Renault, die zudem nicht stimmberechtigt sind. Saikawa hatte öffentlich zwar bekundet, er sähe keine Notwendigkeit, die Beteiligungsverhältnisse zu ändern, schließe das aber für die Zukunft nicht aus. Die gegenseitigen Beteiligungen waren geschaffen worden, als Renault Nissan vor zwanzig Jahren aus einer schweren Krise gerettet hatte. Seit dem hat sich Nissan aber sehr gut entwickelt, so dass die aus der Zeit vor 20 Jahren stammenden Beteiligungsverhältnisse die aktuelle wirtschaftliche Lage beider Firmen nicht widerspiegeln.