NXP Cup EMEA 2016 Die Schweizer sind die Schnellsten

Die Teams konnten morgens noch ihre Fahrzeuge testen, mussten sie dann aber zur Überprüfung abgeben. Dann wurde ein vollkommen neuer Parcours für das eigentliche Rennen aufgebaut und hier hieß es: Durchkommen ist alles.
Die Teams konnten morgens noch ihre Fahrzeuge testen, mussten sie dann aber zur Überprüfung abgeben. Dann wurde ein vollkommen neuer Parcours für das eigentliche Rennen aufgebaut und hier hieß es: Durchkommen ist alles.

NXP Semiconductors hat die Tradition von Freescale übernommen und bereits zum 14. Mal verschiedene Universitäten aus Europa in einem Rennen gegeneinander antreten lassen. Das Modellauto, das den Parcours am schnellsten durchfahren hatte, kam aus der Schweiz.

Jedes Team hatte beim NXP-Cup in München drei Versuche, um den Parcours mit Kurven, Bodenschwellen, Kreuzungen, Erhöhungen zu durchfahren. Der Versuch wurde nur gewertet, wenn das Modellauto das Ziel erreichte. Kam es nach der Zieldurchfahrt nicht innerhalb eines Meters zum Stehen, gab es eine Strafzeit. Als missglückter Versuch wurde gewertet, wenn das Fahrzeug mit drei Reifen von der Spur abkam. Sobald das Fahrzeug den gesamten Parcours fehlerlos durchfahren hatte, wurde die Zeit gemessen, auch wenn es erst der erste Versuch war.

Als erstes musste das Team »Wonderbolts« aus der Ukraine an den Start und schaffte den Parcours bereits beim ersten Versuch in nur 18,923 s zu durchfahren. »Ist ja auch einfach!«, weit gefehlt: Die nächsten sieben Teams in Folge schafften es kein einziges Mal den Parcours komplett zu durchfahren. Tücken gab es viele, die einen scheiterten direkt an der ersten Kurve, andere flogen erst etwas später aus der Bahn. Es gab auch Versuche, bei denen das Fahrzeug zwar anfänglich gut in der Spur blieb, dann aber umdrehte und zum Start zurückfuhr. Wieder ein anderes war schnell und durchfuhr auch den gesamten Parcours, wurde aber disqualifiziert, weil es mit drei Rädern aus der Spur gekommen war. Für manche Fahrzeuge stellte die Kreuzung wiederum ein Problem dar, was dazu führte, dass die falsche Spur zum Weiterfahren gewählt wurde. Eine ähnliche Wirkung auf einzelne Fahrzeuge hatte in manchen Versuchen auch die Bodenerhöhung. In einem Fall blieb das Fahrzeug auch einfach direkt nach dem Start stehen und fuhr überhaupt nicht mehr weiter.

Insgesamt haben es denn auch nur sechs Fahrzeuge geschafft, den Parcours zumindest einmal erfolgreich zu durchfahren. Aber autonomes Fahren ist natürlich auch eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, beruhigend zu sehen, dass zumindest beim Bremsen hinter der Ziellinie keiner versagte. Unter den sechs Teams waren übrigens zwei deutsche: das Team »EBB« von der University of Applied Sciences Düsseldorf, das mit 16,6 s den dritten Platz belegte und das Team »Hetz Mich Nicht« vom Deggendorf Institute of Technology, das seinem Namen alle Ehre machte: Das Team brauchte für den Parcours mit 25,6 s die längste Zeit. Gewonnen hat das Team »ARCAR1« von der Haute Ecole ARC Ingénierie, Schweiz, vor dem Team FasTech von der Universität von Craiova, Rumänien. Wie das Gewinnerteam aussieht, was für viele zum Verhängnis wurde und weitere Impressionen sind in unserer Bildergalerie zu sehen.

Bilder: 8

NXP Cup 2016

Bilder zum Rennen autonomer Fahrzeuge, die von Universitäten aus Europa gebaut und programmiert wurden.