Renault Nissan Mitsubishi Die Macht wird neu verteilt

Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.
Wer auch immer neuer CEO von Nissan wird, das neue Machtverhältnis zwischen Renault und Nissan innnerhalb der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi muss noch gefunden werden.

Wie wird sich die Macht zwischen Renault und Nissan unter dem Nachfolger vom bisherigen Nissan-CEO Hiroto Saikawa austarieren?

Schon bis Ende Oktober will das  Nominierungs-Komitee von Nissan einen Nachfolger für Hiroto Saikawa benennen, ein ambitioniertes Ziel. Bis dahin fungiert Yasuhiro Yamauchi,  COO von Nissan, als Interim-CEO.

Nach dem Rücktritt von Hiroto Saikawa ist die Ära Ghosn für Nissan beendet. Fast alle Manager, die unter Carlos Ghosn innerhalb von Nissan zu Macht und Einfluss gekommen waren, haben das Unternehmen verlassen.

Wer auch immer Nachfolger von Nissan-CEO Hiroto Saikawa wird – er steht vor schweren Aufgaben. Auch der Merger zwischen Renault und Fiat Chrysler ist noch nicht vom Tisch.

Zum Nominierungs-Komitee, das den neuen CEO finden soll, gehört Jean-Dominique Senard, Chairman von Renault. Die Franzosen halten 43 Prozent der Anteile an Nissan. Zehn Personen sollen in die engere Auswahl gekommen sein.

Der neue Chef wird vor großen Aufgaben stehen. Denn die Marge des Unternehmens ist auf 2 Prozent abgerutscht, und liegt damit so tief, wie über die vergangenen zehn Jahre nicht mehr.  

Eine große Rolle wird spielen, wie sich das Machtverhältnis zwischen Renault und Nissan innerhalb der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi einpendeln wird.  

Denn Renault möchte seinen Einfluss wieder verstärken und verlangt, in den Komitees von Nissan stärker vertreten zu sein. Renault hatte dies sogar im Juni zur Voraussetzung gemacht, um den Reformplänen von Nissan zuzustimmen.

Dagegen will Nissan so unabhängig wie möglich bleiben. Im vergangenen Jahr hatte Nissan gefürchtet, von Renault praktisch übernommen zu werden. Dann wurde der Chef Carlos Ghosn im November vergangenen Jahres am Flughafen von Tokio verhaftet, weil er Geld veruntreut haben soll. Er wurde zunächst in Untersuchungshaft genommen und steht in Japan weiter unter Hausarrest. Selber streitet er alle Anschuldigungen ab und sieht sich als Opfer einer Intrige.

Das sah Hiroto Saikawa ganz anders, der sich als CEO von Nissan nach dem Rausschmiss von Ghosn in der Rolle des Saubermanns sah. Er war über viele Jahre unter Ghosn innerhalb von Nissan aufgestiegen und musste kürzlich zurücktreten, weil auch er während der Ghosn-Ära zu viel Geld erhalten haben soll.

Unterdessen kämpft Nissan weiter um seine Unabhängigkeit und der CEO von Renault, Thierry Bollore, hat zugesichert, dass Nissan über den Nachfolger Hirotos selber bestimmen könne.

Wie die Nikkei Asian Review spekuliert, könnte aber Renault den neuen CEO von Nissan – wer auch immer es sein wird – dazu drängen, einer Fusion mit Fiat Chrysler zuzustimmen. Die Gespräche zwischen Renault und Fiat Chrysler waren im Juni abgebrochen worden, auch weil Nissan von der Idee nicht so begeistert war. Doch soll Fiat Chrysler weiterhin an einem Merger interessiert sein und auch Senard hält einen Merger beider Firmen nach wie vor  für eine gute Idee.

Es gibt aber auch viele Beobachter, die einen Merger zwischen Renault und Nissan für wegweisend halten. Nur große und starke Unternehmen könnten im weltweiten Wettbewerb bestehen, der von Schwergewichten wie Toyota und VW beherrscht wird.