Phoenix Contact E-Mobility »Die Beschlüsse der Bundesregierung helfen natürlich«

Michael Heinemann, Geschäftsführer Phoenix Contact Emobility: »Wir sind auf viele Entwicklungen vorbereitet«.

Laut Beschluss des 'Autogipfels' im Bundeskanzleramt sollen nun u.a. Kaufprämien für E-Autos kommen und 50 000 neue öffentliche Ladepunkte in den kommenden zwei Jahren, davon 15 000 beigesteuert durch die Automobilindustrie. Wie stark will Phoenix Contact E-Mobility nun profitieren?

Markt&Technik: Herr Heinemann, Phoenix Contact E-Mobility bietet Ladetechnologie für Anwendungen von der einfachen Wallbox für zuhause bis zur vernetzten Schnellladestation an der Autobahn, also im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Raum. Der Bund will in den nächsten Jahren mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Wie bewerten Sie diese Ankündigung für Ihr Geschäft?

Michael Heinemann: Es ist gut und richtig, die Entwicklung der Elektromobilität staatlich zu fördern. Wir brauchen die Elektrofahrzeuge, um unsere Klimaziele zu erreichen und die Luftverschmutzung in den Innenstädten zu verringern. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren hatten über 100 Jahre Zeit, um sich zu entwickeln und parallel dazu das Tankstellennetz. Wenn jetzt nach etwas mehr als 10 Jahren die Elektromobilität damit verglichen wird, ist schnell klar, dass Aufholbedarf existiert. Deutschland ist ein wichtiger Absatzmarkt, wenngleich das Potenzial in China natürlich noch größer ist.

Wir sind guter Dinge, denn in allen Absatzmärkten weltweit verzeichnen wir eine sehr gute Umsatzentwicklung, etwa mit unserer HPC-Technologie: Durch eine extrem hohe Ladeleistung von 500 kW können Elektroautos innerhalb von drei Minuten für eine Reichweite von 100 km nachgeladen werden. Damit sind wir schon sehr nah dran an dem Zeitbedarf für das Tanken von Verbrenner-Fahrzeugen und machen Elektromobilität alltagstauglich.

Wie bewerten Sie den „Masterplan Ladeinfrastruktur“ der Bundesregierung?

Es muss insbesondere die Ladeinfrastruktur gefördert werden. In den kommenden Jahren werden so viele interessante Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen. Damit die auch gekauft werden, muss Elektromobilität alltagstauglich werden. Technisch tun wir alles, damit diese Alltagstauglichkeit gewährleistet werden kann – Ladeleistung erhöhen und damit Ladezeiten reduzieren. Wenn jetzt noch dafür gesorgt wird, dass sich diese Technik schneller im Markt durchsetzt, ist das ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.

Wer sind Ihre Hauptkunden, und von welchen Geschäftsmodellen Ihrer Kunden hinsichtlich Ladeinfrastruktur will Phoenix Contact am meisten profitieren?

Unser Geschäft ist breit aufgestellt und wir liefern die Produkte für den kompletten Ladevorgang. Wir liefern Lade-Inlets für die Fahrzeuge und alle Komponenten, die für die Infrastruktur gebraucht werden. Das ist aus meiner Sicht ein entscheidender Vorteil, denn nur so können wir das Gesamtsystem verstehen und optimieren. Unsere Kunden auf beiden Seiten – Fahrzeughersteller und Ladesäulenhersteller – profitieren davon. Insbesondere was die Betriebssicherheit angeht, haben wir die sichersten und zuverlässigsten Produkte am Markt. Die Zahlen geben uns Recht. Wir wachsen in beiden Segmenten gleichermaßen sehr gut!