Qualcomm-Studie Connected Car und autonomes Fahrzeug – bekannt und gewollt?

Qualcomm befragte deutsche Autofahrer, was sie von den Themen »Connected Car« und »Autonomes Fahren« halten.
Qualcomm befragte deutsche Autofahrer, was sie von den Themen »Connected Car« und »Autonomes Fahren« halten.

Qualcomm hat 1338 deutsche Autofahrer nach ihrer Meinung über Connected Car und autonomem Fahren befragt. In beiden Fällen ist noch Aufklärungsarbeit zu leisten, denn nur ein Drittel wusste mit Connected Car etwas anzufangen und nur minimale 3 Prozent würden das Steuer komplett aus der Hand geben.

Laut Qualcomm gaben 33,5 Prozent der Befragten an zu wissen, was ein Connected Car ist; der Rest war sich unsicher oder wusste es nicht. Dabei gab es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 43 Prozent der Männer hatten eine klare Vorstellung vom Connected Car – bei den Frauen waren es nur 23,6 Prozent. Besonders häufig werden mit dem Begriff Fahrzeuge assoziiert, die mit anderen Geräten vernetzt werden können (42,3 Prozent), sowie Fahrzeuge, die mit einem Internetanschluss ausgestattet sind (26,8 Prozent). Dass vernetzte Fahrzeuge auch miteinander kommunizieren (etwa zur Kontrolle des Fahrzeugabstands), wird lediglich von 10 Prozent der deutschen Autofahrer verstanden.

Welche Erwartungen sind mit einem Connected Car verbunden?

Staumeldungen in Echtzeit, Musik vom Smartphone, Suche nach Restaurants oder freien Parkplätzen – das vernetzte Fahrzeug bietet dank ständiger Internetverbindung eine ganze Reihe von hilfreichen Services. Was wäre für deutsche Autofahrer dabei am wichtigsten? Für sie stehen ganz klar die Möglichkeiten von Echtzeitnavigation im Vordergrund – minutengenaue Staumeldungen für die optimale Verkehrsberechnung sind für 56,2 Prozent der Befragten der größte Nutzen eines Connected Cars. Ständige Internetverbindung und Online-Browsen erscheinen dagegen nur für rund 9,9 Prozent als größter Vorteil, Entertainment-Services wie Streaming-Dienste wurden von 8,7 Prozent zum entscheidenden Feature erklärt. Überaus positiv ist zu bewerten, dass für nur 1,6 Prozent die Möglichkeit, Social-Media-Kanäle zu nutzen, die wichtigste Rolle – wobei selbst die 1,6 Prozent noch zu viel sind.

Insgesamt erwarten sich deutsche Autofahrer eine Aufwertung des Fahrerlebnisses: 42 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen das Autofahren mit einem Connected Car mehr Spaß machen würde. Technische Features wie In-Car-Apps und personalisierbare Dashboards könnten diesen Effekt in naher Zukunft noch verstärken.

Connected Car bedeutet auch V2X

Connected Cars sind außerdem imstande, mit ihrer Umwelt und mit anderen Fahrzeugen zu kommunizieren. Die V2X-Kommunikation schließt Fahrzeuge, Fußgänger, Gebäude und sogar die Straßen selbst mit ein. V2X bildet so die Grundlage für neue Advanced-Driver-Assistant-Systeme (ADAS), die die Fahrsicherheit erhöhen – zum Beispiel indem sie vor Hindernissen, Gefahren oder entgegenkommenden Fahrzeugen warnen, die für den Fahrer noch nicht sichtbar sind.

V2X-Technologie ermöglicht es auch, Fahrzeugabstände zu verringern und den Verkehrsfluss zu optimieren. Ohne Abstriche bei der Sicherheit machen zu müssen, können die Abstände auf bis zu einen Meter reduziert werden. Die Notwendigkeit eines größeren Sicherheitsabstands entfällt, da die Fahrzeuge Geschwindigkeit sowie Beschleunigungs- und Bremsmanöver automatisiert miteinander koordinieren. Auch die Lageerkennung wird durch V2X verbessert: Weil alle Verkehrsteilnehmer Daten sammeln und miteinander austauschen, sind Informationen über Staus oder Unfälle in Echtzeit verfügbar.

Einigkeit und Unterschiede bei verschiedenen Altersgruppen

»Bei den verschiedenen Altersgruppen sehen wir nur geringe Diskrepanzen, also kein Alt gegen Jung«, erklärt Georg Schweighofer, Director Marketing bei Qualcomm CDMA Technologies. »Von den 18- bis 34-jährigen gaben 36,2 Prozent an zu wissen, was ein Connected Car ist, bei den 35 bis 54-jährigen 35,3 Prozent und bei älteren Autofahrern immerhin noch rund 23,4 Prozent. Allen Altersgruppen erscheinen die Navigationsmöglichkeiten des Connected Cars am wichtigsten, Social-Media-Dienste gelten hingegen generationsübergreifend als unwichtigstes Feature.«

Allerdings gibt es auch einige Bereiche, in denen sich bei den verschiedenen Altersgruppen Unterschiede zeigen. Besonders das Entertainment-Angebot wird unterschiedlich genutzt: 45,6 Prozent der 18- bis 36-jährigen hören während der Fahrt oft CDs, bei der Gruppe der über 55-jährigen liegt die Zahl hingegen nur bei 33,5 Prozent. 36 Prozent der jungen Altersgruppe streamen außerdem Musik über das Smartphone, während nur 5,2 Prozent der älteren Autofahrer dies tun.

Noch Skepsis gegenüber dem selbstfahrenden Auto

Im Rahmen der Studie hat Qualcomm deutsche Autofahrer auch zu autonomen Fahrzeugen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Deutschen noch nicht bereit sind, das Steuer aus der Hand zu legen. 67,2 Prozent gaben an, auch bei selbstfahrenden Autos immer oder häufig die Hände am Steuer lassen zu wollen. Lediglich 3 Prozent würden das Steuer komplett aus der Hand geben. Auch ablenken möchten sich die deutschen Autofahrer ungern und würden nie oder selten lesen (53,5 Prozent), online shoppen (65,3 Prozent), E-Mails schreiben (40 Prozent), Filme ansehen (56,8 Prozent) oder schlafen (67,6 Prozent).

»Das Konzept selbstfahrender Fahrzeuge ist zwar keine ferne Zukunftsvision mehr, aber noch fehlt den Konsumenten der praktische Bezug«, schließt Schweighofer ab. »Das gilt aber auch für andere Fortbewegungsmittel. Mit einem selbstfliegenden Flugzeug würden nur 19,3 Prozent fliegen wollen, ein selbstfahrendes Schiff möchten nur 18,7 Prozent betreten. Und 36 Prozent gaben sogar an, gar kein selbstfahrendes Fortbewegungsmittel nutzen zu wollen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich diese Einstellung mit steigender Verfügbarkeit autonomer Fahrzeuge verändern wird.«