»Bytes on Wheels« Byton fordert auf CES deutsche Autobauer heraus

Hallo Tesla - 100.000 Fahrzeuge pro Jahr müssen sein!

Der Preis soll bei 45.000 Dollar liegen. Byton will sein erstes Modell zunächst Ende 2019 in China auf den Markt bringen. 2020 will Byton damit in die USA gehen – und in der zweiten Jahreshälfte dann auch nach Europa.

»Wenn man erfolgreich sein will, muss man relativ schnell bei Größenordnungen von mehreren hunderttausend Fahrzeugen pro Jahr landen«, sagte Breitfeld, wohl auch mit Blick auf Tesla. Das erreichen will die Firma auch mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis: Der Byton-SUV wäre mit rund 45.000 Dollar deutlich günstiger als heutige Modelle in der Klasse. »In China ist eine sehr große Mittelklasse unterwegs, die so viel Geld für ein Auto ausgeben will und kann«, betont Breitfeld. China ist mit massiver staatlicher Förderung zum wichtigsten Markt für Elektroautos geworden.

Auf der technischen Plattform sollen danach noch zwei weitere Modelle in relativ kurzer Taktung gebaut werden – ein Sedan und ein Minivan. Byton sei von Anfang an als Weltmarke ausgerichtet: Obwohl sie in Kalifornien entworfen werden, würden ja auch iPhones in China produziert.

»Wir betrachten unser Fahrzeug wesentlich mehr als eine Plattform als ein Auto«, sagt Breitfeld. Die Idee ist, das Fahrzeug für Dienste und Angebote verschiedener Partner zu öffnen. Der Name lehnt an »Bytes on Wheels« an – Bytes auf Rädern.
Byton will dabei die Expertise aus dem klassischen Autobau unter einem Dach mit Technologie aus dem Silicon Valley verschmelzen.

»Das Design und Fahrzeugkonzept machen wir in München, Elektronik und autonomes Fahren im Silicon Valley, Einkauf, Lieferkette und Produktion sind in China«, erklärte Breitfeld. Bei BMW waren auch Designer Benoit Jacob, Marketingchef Henrik Wenders sowie der Mitgründer und Byton-Präsident Daniel Kirchert. Außerdem konnte Byton Manager und Entwickler unter anderem von Tesla, Apple und Google zu sich holen.

Respekt vor deutscher Elektrooffensive

Auch die deutschen Autohersteller kündigten in den vergangenen Monaten aber Elektroauto-Offensiven mit Dutzenden Modellen an. Und Breitfeld ist sich seiner Herausforderer-Rolle bewusst: »Wir müssen da schon unseren Respekt behalten. Da sind hunderttausende hervorragende Ingenieure unterwegs, da ist viel Geld dahinter, da sind sehr starke Marken.«

Byton will zumindest zunächst den Weltmarkt ausschließlich aus der chinesischen Fabrik versorgen. »Ich will nicht ausschließen, dass wir in Zukunft auch woanders produzieren«, sagte Breitfeld. Aber eine endgültige Entscheidung darüber werde von verschiedenen Faktoren wie auch der Regulierung in verschiedenen Regionen abhängen.

Byton muss auf der CES auch gegen Skepsis ankämpfen: In den vergangenen zwei Jahren hatte an den Sonntagen vor Beginn der Messe die ebenfalls aus China finanzierte Firma Faraday Future ihre Prototypen vorgestellt – und ebenfalls große Versprechen gemacht. Inzwischen kämpft sie mit Problemen auf breiter Front, die Zukunft scheint ungewiss. Auch darüber hinaus ist die Liste gescheiterter reiner Elektroauto-Hersteller lang. Unter den Investoren von Byton sind unterdessen zwei chinesische Schwergewichte mit tiefen Taschen: Der Internet-Riese Tencent und der iPhone-Auftragsfertiger Foxconn.