Bosch-Gruppe: Über 50 Mrd. Euro Umsatz in diesem Jahr Bosch Kraftfahrzeugtechnik fährt über 30 Mrd. Euro Umsatz ein

Auch wenn sich die Weltwirtschaft seit dem ersten Quartal 2011 leicht abgekühlt hat und die konjunkturelle Abschwächung auch vor den neuen Automobilmärkten nicht haltgemacht hat, ist Dr. Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik bei Bosch, der Überzeugung, dass die weltweite Automobilproduktion in diesem Jahr um etwa 4 Prozent wächst.

„Wir rechnen mit drei bis fünf Prozent für 2012“, so Bohr weiter. Vor diesem Hintergrund ist die Bosch-Gruppe zuversichtlich, ihren 2010 erzielten Umsatz von 47,3 Mrd. Euro in diesem Jahr weiter zu steigern und erstmals die Marke von 50 Mrd. Euro zu überspringen. Im Bereich Kraftfahrzeugtechnik erwartet Bohr ein Geschäftsvolumen von mehr als 30 Mrd. Euro gegenüber 28,1 Mrd. Euro im Jahr 2010. Allein für Kraftfahrzeugtechnik wird Bosch dieses Jahr in Forschung und Entwicklung 3,3 Mrd. Euro investieren.

Das Wachstum der Gruppe hat mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze bei Bosch geschaffen, so dass die Mitarbeiterzahl der Bosch-Gruppe Ende des Jahres weltweit die 300.000-Marke erreichen wird. Für den Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik plant Bosch einen Zuwachs um etwa 10.000 auf dann rund 177 000 Mitarbeiter.

Mit dem Wachstum in den aufstrebenden Märkten Asiens wird die Nachfrage nach kleinen, kostengünstigen Fahrzeugen weiter steigen. Deshalb konzentriert sich Bosch auch auf die Entwicklung kostengünstiger und auf den lokalen Bedarf zugeschnittener Techniken. Neben dem Ziel erschwinglicher Kraftfahrzeugtechnik für breite Käuferschichten konzentriert sich Bosch darauf, Fahrzeuge sauberer und sparsamer, sicherer und komfortabler zu machen. Neben der Weiterentwicklung bestehender Technologien ist Bosch natürlich auch in der Elektromobilität aktiv. Laut Bohr investiert das Unternehmen jährlich 400 Mio. Euro in die Elektromobilität und was bereits zu einem großen Produktportfolio geführt hat, angefangen von elektrischen Maschinen über Leistungselektronik bis hin zu elektrifizierten Nebenaggregaten. Auch am Markt für eBike-Antriebe konnte sich Bosch 2011 mit 70 000 verkauften Systemen erfolgreich etablieren. In den Bereich der Elektromobilität fällt auch das Joint-Venture für Lithium-Ionen-Batterien. Zwar rechnet Bohr nicht vor Mitte des kommenden Jahrzehnts mit einem großen Durchbruch der rein elektrischen Antriebssysteme. Aber er erwartet, dass sich schon vor diesem Zeitpunkt Übergangslösungen durchsetzen werden. Er sieht sehr gute Chancen für kleine Elektrofahrzeuge, vor allem für den Verkehr in Großstädten. Den Plug-in-Hybriden (PHEV) gibt er ebenfalls gute Chancen. Ein anderes Arbeitsfeld sind Infrastrukturlösungen für die kommende Elektromobilität. In einem Pilotprojekt in Singapur erprobt Bosch eine Serviceplattform, die Fahrer von Elektromobilen und Dienstleister wie Energieversorger oder Parkraumanbieter mit dem Ziel einer effizienten, komfortablen Mobilität vernetzen wird.