Alternativen gibt es einige Batteriefahrzeuge – wirklich sinnvoll?

Lokal emissionsfrei, der entscheidende Vorteil

Siedhoff ist der Überzeugung, dass die Elek­tri­fizierung und E-Mobilität im Gesamtkonzept gesehen werden muss. »Es geht vor allem um die Ballungszentren, weltweit sind die Autos nicht das größte Übel, wenn es um den CO2-Ausstoß geht, aber in den Städten schon. Viele sprechen jetzt von E-Mobility und dabei geht es beispielsweise auch um Carsharing, öffentlichen Personennahverkehr, um Zweiräder oder um sehr kleine Autos speziell für die Stadt. Dieser gesamte Prozess muss durchlaufen werden, und damit lässt sich in den Ballungszentren viel erreichen.«

Und Raphael Hrobarsch, Sales Manager Automotive Europe und Sales Manager CEE von Diodes, merkt noch an: »Erst wenn Carsharing im großen Stil kommt, sind E-Fahrzeuge in den Städten ein Vorteil. Ein ADAC-Bericht besagt, dass selbst die Batterie von Kleinwagen zwischen 23 und 25 t CO2 verursacht. Also müssen diese Autos auch mindestens 50.000 km fahren, um sauber zu werden. Wer fährt in der Stadt in zehn Jahren schon 50.000 km, damit er überhaupt erst einmal die 0 erreicht? Das geht nur mit Carsharing, denn dann sind die Fahrzeuge dauernd im Betrieb.«

Ist China weiterhin Treiber für die E-Mobilität?

China gilt bislang als Treiber für die E-Mobilität. Allerdings scheint hier auch nicht alles so glatt zu laufen, wie es sich die Regierung vorgestellt hat. Denn laut Weyer wird in China mittlerweile überprüft, ob das Fahrzeug auch wirklich elektrisch fährt. »Es gibt erste Fälle, bei denen der Fahrer einen Brief bekommt, in dem steht, dass er in den letzten zwölf Monaten kein einziges Mal geladen hat, und dann muss er die erhaltene Subvention zurückzahlen.« Wobei das nicht das einzige Problem für den Fahrer ist, denn in vielen Fällen hängt auch noch das Nummernschild davon ab, ob man ein E-Fahrzeug kauft, und das dürfte dann auch weg sein. Frage: Warum laden die Besitzer ihre Fahrzeuge nicht, zumal doch einiges davon abhängt? »Weil man dort nicht laden kann, das ist ja das Problem. In der Stadt gibt es ja keine Steckdose«, erklärt Adlkofer. Eine fehlende Infrastruktur – ein Problem, das auch in Deutschland viel bemängelt wird.

Es gibt auch Alternativen
Giese hält beispielsweise synthetische Kraftstoffe für eine mögliche Alternative zu E-Fahrzeugen. »Wenn sich das Windrad sowieso dreht, ist der Wirkungsgrad vielleicht zweitrangig«, so Giese weiter. Die Idee dahinter: Mithilfe von umweltfreundlichem Strom wird Wasser in H2 und O aufgespalten, der Wasserstoff reagiert mit CO2 und es entstehen Wasser und synthetischer Sprit.

Wasserstoff ist ebenfalls eine Alternative, beispielsweise ist der Mirai mit Brennstoffzellentechnologie von Toyota bereits in Serie erhältlich. Das Unternehmen wirbt damit: »Wasserstoffautos sind ausgesprochen umweltfreundlich und gleichzeitig praktikabel im Alltag.« Thomas Rothhaupt, Director Sales & Marketing bei Inova Semiconductors, hält diesen Ansatz für durchaus interessant, auch weil es sich dabei um eine doch schon relativ alte Technik handelt: »VW hat 1985/86 schon das erste Brennstoffzellenfahrzeug vorgestellt, Daimler kam danach. Aber die Fahrzeuge wurden nie in die Serie umgesetzt und nie in den Markt getrieben. Jetzt gibt es in China und Korea wieder Initiativen«, so Rothhaupt; warum, ist ihm ein Rätsel.