ABB FIA Formula E Championship ABB gibt in Marrakesch der E-Mobility Schub

Elektrobusse in Sekunden laden – das ist Realität

Welch großer Spielraum für Verbesserungen noch besteht, hat ABB erst jüngst an einem Beispiel gezeigt. Nach einer ersten Testphase fahren ab diesem Jahr im Rahmen eines Pilotprojektes 12  Großraumgelenkbusse vom Typ TOSA (Trolleybus Optimisation Système Alimentation) über eine Route von 12 km im Linienverkehr. Während der kurzen Stopps an den Haltestellen verbindet ein lasergesteuerter Roboterarm von ABB das eigens entwickelte Schnellladesystem mit dem Bus in weniger als einer Sekunde. Ein Energieschub von 15 s aus den Flash-Ladestationen (600 kW, 600 VDC) reicht aus, um den Bus ohne Unterbrechung bis zur nächsten mit einer Ladestation ausgerüsteten Station weiterfahren zu lassen. Ladestationen an jeder vierten bis fünften Haltestelle genügen.

Ein weiterer Kurzstopp von vier bis fünf Minuten an der Ladestation der Endhaltestelle (400 kW, 600 VD) genügt, um die Batterien des Busses vollständig aufzuladen.

Die neue Methode ermöglicht es zudem, ein ausgeklügeltes Energiemanagement durchzuführen. Das spart auf einer Strecke von 600.000 km jährlich bis zu 1.000 t CO2  und gegenüber einem vergleichbaren dieselbetriebenen Beförderungsmittel 30 Prozent der Kosten ein. Zudem machen die E-Busse um 50 Prozent weniger Krach als die Dieseltypen. Das Konzept hat inzwischen schon andere Städte überzeugt: Nantes hat sich ebenfalls entschlossen, das System für ihre Busse einzuführen.

In das System lässt ABB sowohl die umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der Robotik als auch der Leistungselektronik einfließen. Das Know-How im Bereich der
Schnellladestationen hat sich ABB 2011 über den Kauf der niederländischen Epyon verschafft, die neben den Ladestationen selber auch die Vernetzungstechnik entwickelt und in Holland bereits seit 2010 in Betrieb genommen hatte. ABB hatte damals die Technik als zukunftsweisend bezeichnet, die umfangreiche Investitionen lohne.

Doch das ganze System wäre ohne die entsprechenden Batterien nichts, sowohl im Bus als auch auf der Seite der Ladestationen, denn ohne Batteriepuffer in den Stationen könnte die enorme Leistung nicht zur Verfügung gestellt werden, die erforderlich ist, um die Busse in Sekundenschnelle so weit aufzuladen, dass sie bis zum nächsten Halt weiterfahren können.

Deshalb hat sich ABB intensiv mit der Batterietechnik selber beschäftigt. Denn bei weitem nicht alle Batterien tolerieren es, sehr schnell beladen zu werden. Das Unternehmen hat für den Einsatz in den Bussen eine eigene Batteriechemie entwickelt, die auf die besonderen Bedingungen der extremen Schnellladung ausgelegt ist. Zwar fertigt ABB die Batterien nicht selber, sondern in Kooperation mit einem Partner, aber zugrunde liegende Technik selber entwickelt und kann deshalb die darauf optimal abgestimmte Elektronik für das Batteriemanagement aufbauen.