European Machine Vision Forum der EMVA Zum vierten Mal – heuer in Lyon

Moderne Technik in historischem Ambiente kennenlernen: Palais de la Bourse in Lyon
Moderne Technik in historischem Ambiente kennenlernen: Palais de la Bourse in Lyon

Die vierte Ausgabe des jährlichen European Machine Vision Forum findet vom 5. bis 6. September im Palais de la Bourse in Lyon statt. Auf der Konferenz werden Bildverarbeitungsexperten die aktuellsten Entwicklungen der industriellen Bildverarbeitung und Bildsensorik vorstellen und diskutieren.

Das European Machine Vision Forum soll Vertreter von Unternehmen und akademischer Forschung aus der Bildverarbeitung zusammenbringen. Organisiert wird es unter der Schirmherrschaft der gemeinnützigen European Machine Vision Association (EMVA), die ein globales Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Bildverarbeitungsbranche vertritt und die Einführung und Standardisierung von Bildverarbeitungstechnik fördert. Als Initiator und Vorsitzender des European Machine Vision Forum fungiert EMVA-Vorstandsmitglied Prof. Bernd Jähne von der Universität Heidelberg.

Auf dem Forum wird ein Trio von Keynote-Vorträgen namhafter Bildverarbeitungs-Experten das diesjährige Schwerpunktthema „Photonics and Machine Vision: Going Deep into Integration“ definieren. Von seiner jetzigen Position als Senior Technologist Europe für Hamamatsu Photonics aus wird Prof. Peter Seitz einen Keynote-Vortrag mit dem Titel: „The future of image sensing - More intelligence or more sensing?“ halten. Er erläutert, dass ein größerer Nutzen in der Anwendung erreicht werden kann, wenn aktuelle Verarbeitungstechniken verwendet werden, die zusätzliche Sensorfunktionen an jedem Pixel umfassen.

In einem Vortrag mit dem Titel „Learning high-level reasoning in and from images“ wird sich Prof. Christian Wolf vom National Institute of Applied Sciences in Lyon mit der Fähigkeit des Menschen beschäftigen, aus der Bildfolge kleiner Videoclips logische inhaltliche Schlüsse zu ziehen. Diese Fähigkeit fehlt Systemen auf Bildverarbeitungs-Basis bislang. Sieht ein Mensch beispielsweise zuerst das Bild eines Babys, das ein Plüschtier hält und anschließend ein schreiendes Baby ohne Plüschtier, so kann der Mensch recht einfach kombinieren, dass das Baby schreit, weil es kein Plüschtier mehr hat.

In seinem Vortrag „The convergence of photonics and electronics: an opportunity for machine vision“ wird Dr. François Simoen vom CTO-Büro bei CEA-Leti, der Elektronik- und Informationstochter der französischen Kommission für Kernenergie und erneuerbare Energien mit Sitz in Grenoble, seine Sicht auf die Entwicklung der Sensortechnik von Hardware vorstellen. Photonische Techniken unterstützen und ermöglichen schon heute Anwendungen der industriellen Bildverarbeitung und spielen eine wichtige Rolle in Bildverarbeitungskomponenten wie Sensoren, Kameras, Glasfasern, Displays und Beleuchtung. François Simoen beobachtet eine zunehmende Konvergenz von Elektronik und Photonik, die konsequenterweise auch höhere Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen erfordert.

Ergänzt wird die Veranstaltung von einer Poster-Session und einer Ausstellung mit Ständen von Bildverarbeitungstechnik-Anbietern wie Allied Vision, Stemmer Imaging, Corning und Advantech. Ein französischer Themenabend verschafft Gelegenheit, mehr über das Ecosystem der Bildverarbeitung in Frankreich zu erfahren.