Für den europäischen Markt Yaskawa eröffnet neues Roboterwerk in Slowenien

Mit einer Glasfassade versehen ist Yaskawas neues Werksgebäude im slowenischen Kočevje.
Mit einer Glasfassade versehen ist Yaskawas neues Werksgebäude im slowenischen Kočevje.

Nach rund zweijähriger Bauzeit eröffnete der japanische Technologiekonzern Yaskawa eine neue Roboterproduktion und ein neues europäisches Robotik-Entwicklungszentrum im slowenischen Kočevje. Dort entstehen jetzt Motoman-Industrieroboter von Yaskawa aus rein europäischer Fertigung.

Das neue Werk ergänzt die bestehenden Produktionsstätten in Japan und China und soll etwa 80 Prozent des europäischen Bedarfs an Motoman-Robotern decken. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 25 Millionen Euro.

Mit der neuen, weltweit dritten Produktionsstätte für Motoman-Roboter reagiert Yaskawa auf die stark wachsende Nachfrage in Europa und in der EMEA-Region: »Unser Ziel ist es, die Lieferketten und die Lieferzeiten zu verkürzen, um rascher auf regionale Marktanforderungen und Kundenwünsche reagieren zu können – nicht nur mit dem neuen Werk, sondern auch mit einem großen europäischen Robotik-Entwicklungszentrum«, erläuterte Masahiro Ogawa, Executive Officer der Yaskawa Electric Corp. und General Manager der Robotics Division, anlässlich der Eröffnung. Und Bruno Schnekenburger, CEO & President von Yaskawa Europe ergänzte: »Mit diesem Investment wollen wir die Nähe zu den Kunden in Europa weiter ausbauen und sie noch enger auf dem Weg in die Industrie 4.0 begleiten.«

Produziert werden in Kočevje zunächst vor allem Roboter der aktuellen Serie Motoman GP mit einer Traglast von 7 bis 225 kg. Die GP-Reihe umfasst kompakte, sechsachsige Handling-Roboter für besonders schnelle Füge-, Verpackungs- und allgemeine Handhabungs-Anwendungen. „GP“ steht für „General Purpose“, also für vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Auf einer Brutto-Gesamtfläche von über 12.000 Quadratmeter, davon 10.000 für die Produktion, bietet das neue Fabrikgebäude aktuell Kapazitäten für die Herstellung von bis zu 10.000 Motoman-Robotern pro Jahr. Schrittweise sollen zudem bis zu 150 neue Arbeitsplätze entstehen, davon rund 10 Prozent in der Entwicklungsabteilung.

Der von dem slowenischen Architekturbüro Andrej Kalamar entworfene Neubau erfüllt laut Yaskawa hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz. Die Voraussetzung dafür schuf bereits in der Planungsphase die Software-gestützte Simulation des Gebäudes in Form eines „Digital Twin“, eines digitalen Zwillings: Mit der Methode „Building Information Modeling“ – kurz BIM – wird das gesamte Gebäude mit allen Gewerken parallel und abgestimmt geplant und noch vor Baubeginn im virtuellen Digitalmodell simuliert, getestet und bei Bedarf korrigiert.

Als Automatisierungstechnik- und Industrieroboter-Hersteller verfolgt Yaskawa in Europa eine ambitionierte Expansionsstrategie: »Die aktuellen Investitionen in Slowenien sind, wie zuletzt auch in Deutschland, Frankreich und Schweden, strategischer Bestandteil der Europa-Initiative des Yaskawa-Konzerns, wie sie auch in unseren weltweiten Unternehmenszielen ,Vision 2025‘ verankert ist«, betonte Manfred Stern, Regional Head Yaskawa Europe. Damit agiere das 1915 gegründete Unternehmen bewusst entgegen dem internationalen Trend, Technologie-Know-how und Produktionskompetenz von Europa nach Asien zu verlagern.

Die Yaskawa Europe GmbH mit Hauptsitz in Eschborn bei Frankfurt erwirtschaftete zuletzt mit europaweit mehr als 1900 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über 600 Millionen Euro. Die europäische Robotics Division von Yaskawa mit Sitz in Allershausen bei München beschäftigt aktuell etwa 300 Mitarbeiter. In Slowenien ist Yaskawa schon seit 1990 mit einer eigenen Niederlassung aktiv.