M2M-Area der embedded world Wireless-M2M als Aspekt des IoT

Das IoT-Retrofit-SDK von SSV Software Systems unterstützt die nachträgliche Anbindung von Baugruppen, Geräten und Maschinen an IoT-Netze.
Das IoT-Retrofit-SDK von SSV Software Systems unterstützt die nachträgliche Anbindung von Baugruppen, Geräten und Maschinen an IoT-Netze.

Insgesamt 87 Aussteller sind auf der M2M-Area in Halle 3 der diesjährigen embedded world vertreten – und einige von ihnen präsentieren interessante Neuheiten. Der folgende Beitrag stellt ein paar Beispiele vor.

Der Begriff M2M-Kommunikation bleibt auch im Zeitalter des Internet of Things aktuell, findet doch sowohl im industriellen als auch im nichtindustriellen IoT Machine-to-Machine-Kommunikation statt, verstanden als automatisierter, vorzugsweise drahtloser Datenaustausch zwischen Maschinen und Geräten untereinander oder mit einer zentralen Leitstelle. Wegen der zunehmenden Mobilität und weltweiten Vernetzung beschleunigt sich das Innovationstempo der IoT- und damit auch M2M-Branche eher noch. Aktuelle Stichworte wie 5G, LPWAN, RFID und KI zeigen, wohin die Reise geht – sichtbar auch auf der diesjährigen M2M-Area.

System Development Kit für das IoT-Retrofit

Weil es für viele Unternehmen auf dem Weg zu Industrie 4.0 und IoT keinen Sinn hat, ihren gesamten Maschinen- und Gerätepark auszutauschen, werden Techniken und Strategien für ein IoT-Retrofit immer gefragter. SSV Software Systems hat ein System Development Kit (SDK) entwickelt, das es Anwendern ermöglichen soll, mit Hilfe von Sensoren, Gateways und KI-Diensten die IoT-Anwendungen der nächsten Generation schon heute als Retrofit zu realisieren.

Im Zuge der digitalen Transformation werden auch bestehende Produkte nachträglich mit KI-Funktionen wie etwa Machine Learning erweitert. Dadurch entstehen intelligente Dienste, die sowohl für Produktnutzer als auch für Hersteller neue Möglichkeiten bieten. Mit den SDK-Bausteinen lässt sich die Entwicklung beschleunigen. Die im SDK enthaltenen Treiber, Bibliotheken und vollständig funktionsfähigen Codebeispiele ermöglichen zusammen mit verschiedenen Sensoren und einem vorkonfigurierten Embedded-Gateway den schnellen Einstieg in eigene Projekte.

Eine mögliche Anwendung in Maschinen und Anlagen ist die Kombination eines Machine-Learning-Algorithmus zur automatischen Rund-um-die-Uhr-Zustandsüberwachung vor Ort mit einem Remote Collaboration Service zur Fehlerbehebung in der Cloud. Sobald das Zustandsmonitoring einen Fehler erkennt, verständigt es über die Benachrichtigungsfunktionen einer IoT-Plattform den Service. Ein Mitarbeiter am Standort des Herstellers analysiert die in einer IoT-Datenbank gespeicherten Trenddaten der Anlage und unterstützt den Kunden bei der Fehlerbeseitigung.

Das erste SDK ist ab dem ersten Quartal 2020 lieferbar. Eine weitere Variante ist zusammen mit einem NB-IoT-Modem nebst integrierter SIM-Karte ab Mitte 2020 erhältlich – sie ermöglicht es, Machine-Learning-basierte Softsensor-Anwendungen für das Condition-based-Monitoring über flächendeckende, zellulare IoT-Funknetze zu realisieren.

LPWAN für Sensor-to-Cloud-IoT-Anwendungen

Der 5G-Mobilfunk steht in den Startlöchern – auch in der Industrie. Für die ebenfalls relativ neuen LPWAN-Techniken wird es aber dennoch künftig diverse Anwendungen geben. Angesichts dessen ist M2M Germany dabei, sein Angebot in Sachen LPWAN auszubauen, und hat im Zuge dessen einen Distributionsvertrag mit dem IoT-Lösungsanbieter Actility geschlossen. Actility hat LoRaWAN-, NB-IoT- und LTE-M-Connectivity-Lösungen für das IoT im Portfolio. Die von dem französischen Unternehmen entwickelte LPWAN-Connectivity-Plattform „ThingPark“ versetzt M2M Germany in die Lage, seinen Kunden eine Komplettlösung für IoT-Anwendungen auf LoRaWAN-Basis anzubieten, die hohen Sicherheitsstandards entspricht. Der von Actility verwendete Verschlüsselungsstandard ist von der Automobilindustrie akzeptiert. M2M Germany agiert in der Kooperation mit Actility nicht als Netzbetreiber, sondern als Technologielieferant und als Enabler für IoT-Geschäftsmodelle. Durch die Zusammenarbeit kann M2M Germany nach eigenen Angaben alle Techniken und Komponenten sowie die entsprechenden Software-Lösungen für Sensor-to-Cloud-IoT-Applikationen aus einer Hand anbieten.

Bei der Wahl geeigneter LoRa-Devices/Sensoren unterliegen Anwender keinerlei Einschränkungen – so können die unterschiedlichsten LoRa-Sensoren beliebiger Hersteller zum Einsatz kommen. Nur das Gateway muss von Actility zertifiziert sein, damit alle Daten via IPsec übertragen werden können. Der Server kann beim Kunden selbst angesiedelt sein oder über die Struktur von Actility laufen. M2M Germany kann auf Kundenwunsch die Datenvisualisierung oder die entsprechende Dashboard-Lösung realisieren.