Kommentar Wer gewinnt das Rennen um smarte Gebäude?

Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik
Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik

Ist der Kampf um Smart Buildings und Smart Homes schon entschieden? Verdrängen IT-Giganten wie Google, Amazon und Apple die etablierten Automatisierer?

Solche Fragen wurden auf der diesjährigen Light+Building intensiv diskutiert, beispielsweise auf dem Podiumsdiskussion "Gebäudeautomation und IoT: Gegensatz oder Weiterentwicklung?" im Rahmen des von der Messe Frankfurt und des ZVEI organisierten Technologieforums. Denn es lockt ein riesiger Markt: Als Teil des Milliarden-Dinge-IoT-Markts verspricht die Gebäudeautomatisierung Milliarden-Umsätze.

Aber für wen? Für die Firmen, die brav die Busse und die übrige Automatisierungstechnik liefern? Sie schaffen immerhin die Infrastruktur und damit die Voraussetzung, dass IoT funktioniert. Und hier sind deutsche Unternehmen in einer führenden Position. "Wir werden kein Jota an Wertschöpfung abgeben", sagte denn auch selbstbewusst Michael Ziesemer, Präsident des ZVEI. Er sagte auch: "Es kommt darauf an, aus Daten Werte zu schaffen." Doch wer schafft derzeit aus Daten Werte - und das sehr erfolgreich? Da fallen dem geneigten Betrachter doch eher die oben genannten IT-Giganten ein und weniger die heimischen Automatisierer. Ist ihr selbstbewusstes "Wir-sind-die-Besten"-Auftreten also eher das Pfeifen im Walde?
 
Auf der Light+Building war zu sehen, dass viele Automatisierer kaum noch Berührungsängste zur IT-Industrie haben. Diese Firmen nähern sich dem IoT sozusagen von unten. Die amerikanischen (und jetzt auch chinesischen) IT-Giganten dagegen kommen von oben. Während die Cloud für sie selbstverständlich ist, haftet diesem Ausdruck hierzulande immer noch der Ruch des Luftig-Leicht-Unsoliden an. Und angesichts so mancher Sicherheitsaspekte ist das im Sinne des Wortes nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber im Wolkenkuckucksheim sitzen die IT-Giganten deshalb noch lange nicht.

Vor allem agieren sie auf Basis handfester Geschäftsmodelle, die eines gemeinsam haben - und das ist das Bedrohliche: Mit Smart-Building und Smart-Home-Angeboten wollen sie kein Geld verdienen. Was die Automatisierer verkaufen wollen, das geben die IT-Giganten den Endanwendern kostenlos. Auf der oben erwähnten Podiumsdiskussion war das Meinungsbild klar: Die Automatisierer lassen sich nicht ausboten.

Können die IT-Giganten die Automatisierer aus dem Geschäft drängen? Oder können die Automatisierer die Angriffe locker abwehren?
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