Erholung ist seit dem 3. Quartal 2009 spürbar VDMA Robotik+Automation: Es geht wieder aufwärts

Mit einem Umsatzwachstum von 5 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro im Jahr 2010 rechnen die deutschen Anbieter von Industrie-Bildverarbeitungstechnik (IBV), Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik - sowohl für die drei Teilbranchen als auch insgesamt.

»Die Erholung ist seit dem dritten Quartal 2009 spürbar«, erläutert Dr. Michael Wenzel, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Robotik+Automation. »Die Anfragen nehmen zu, und auch die Auftragseingangskurve bewegt sich langsam, aber kontinuierlich wieder aufwärts.«

Impulse für die Erholung kamen laut Wenzel zunächst überwiegend aus den südostasiatischen Ländern, vor allem aus China und Südkorea. »Die Unternehmen berichten aber auch von einer Zunahme der Anfragen sowie von steigenden Auftragseingängen aus den USA seit Ende letzten Jahres«, betont der Fachverbandsvorsitzende. »Das Inlandsgeschäft hinkt noch hinterher, dürfte sich aber bei einer weiteren Erhöhung der Nachfrage aus dem Ausland allmählich wieder bessern.« Bis zu den Rekordumsätzen der Jahre 2007 und 2008 sei es allerdings noch ein langer Weg, der weiterhin von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhänge.

Die erfolgsverwöhnten Anbieter von IBV-Technik und Robotik sowie Montage- und Handhabungstechnik verbuchten 2009 infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise einen Umsatzrückgang um 34 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro und fielen damit auf das Umsatzniveau des Jahres 2002 zurück. Zwischen 2002 und 2008 war der gesamte Branchenumsatz um mehr als 50 Prozent gewachsen und hatte zuletzt das Spitzenniveau von 9,3 Mrd. Euro erreicht. Den größten Umsatzrückgang musste 2009 die Teilbranche Montage- und Handhabungstechnik verkraften: minus 36 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro (2008: 5,7 Mrd.). Der Umsatz der Robotikbranche sackte um 32 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro ab (2008: 2,4 Mrd.), der Umsatz der IBV-Branche um 30 Prozent auf 844 Mio. Euro (2008: 1,2 Mrd.).

»Ein gutes Polster aus den vergangenen und für die Branche äußerst erfolgreichen Jahren, eine umsichtige Unternehmensführung, Kosteneinsparungen, flexible Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit haben es den meisten Unternehmen ermöglicht, ihre hoch qualifizierte Stammbelegschaft zu halten«, führt Wenzel aus. Was die Zukunft der Branche anbelangt, äußert sich der Fachverbandsvorsitzende optimistisch und verweist dabei auf die wachsenden Herausforderungen, denen sich die Anwender von Automatisierungstechnik im weltweiten Wettbewerb stellen müssten: »Viele Märkte verlangen eine hohe Variantenvielfalt und bedingen damit immer kleinere Losgrößen, die wirtschaftlich und mit nachhaltigen Produktionsprozessen realisiert werden müssen«, verdeutlicht er. »Wer wie die Hersteller von IBV-Technik, Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik fertigungstechnische Lösungen für all das bereithält, bringt seine Kunden auf die Siegerstraße. Entscheidend für den Erfolg wird künftig immer weniger die Unternehmensgröße sein als vielmehr die Schnelligkeit und Flexibilität, sich auf immer dynamischere Märkte einzustellen.«

Bedeutende Impulse für eine weitere Belebung des Marktes verspricht sich Wenzel von der Messe Automatica, die vom 8. bis zum 11. Juni 2010 in München stattfindet: »Die Hersteller von IBV-Technik und Robotik sowie Montage- und Handhabungstechnik haben eine hohe Kompetenz, fertigungstechnische Herausforderungen zu meistern - die Besucher der Automatica können sich davon überzeugen«, sagt er.