60.000 Besucher Testturm für Magnetschwebe-Aufzüge lockt

Der Turm von Thyssenkrupp in Rottweil/Baden-Würtemberg (hier noch im Bau) ist das höchste Gebäude im Bundesland und die Besucherplattform ist mit einer Höhe von 232 m die höchste Deutschlands.
Der Turm von Thyssenkrupp in Rottweil/Baden-Würtemberg (hier noch im Bau) ist das höchste Gebäude im Bundesland und die Besucherplattform ist mit einer Höhe von 232 m die höchste Deutschlands.

Industrielle Forschungsanlagen sind selten Publikumsmagnete – anders der Turm, in dem Thyssenkrupp die neue Magnetschwebetechnik testet: 60.000 pilgerten nach Rottweil.

Im ersten halben Jahr nach der Eröffnung der Aussichtsplattform in Rottweil haben knapp 60.000 Besucher den Blick aus der Höhe genossen. In dem Turm mit 21 m Durchmesser testet Thyssenkrupp unter anderem Aufzüge, die mit der neuen Magnetschwebetechnologie funktionieren.

Wenigstens in dieser Form hat die Technik überlebt, die Thyssenkrupp ursprünglich einmal für den Transrapid entwickelt hatte. In Hochhäusern bietet sie eine der wenigen Möglichkeiten, große Höhendistanzen zu überwinden. Denn das Eigengewicht der Aufzugseile macht es unmöglich, Aufzüge über eine bestimmte Höhe in einem Schacht laufen zu lassen.

Eine Alternative bestünde darin, Seilmaterialien zu finden, die weniger Eigengewicht bei hoher Traglast aufweisen. Doch die Magnetschwebetechnik macht die Seile ganz überflüssig und bietet zudem die Flexibilität, auch horizontal verfahren zu können. So können mehrere Aufzüge durch die Schächte fahren. Damit will Thyssenkrupp die Aufzugtechnik revolutionieren und den Bauingenieuren und Architekten neue Freiheuten für die Gestaltung der Gebäude geben. Sie könnten sich zu einem zentralen Element in Smart Buildings entwickeln.

Der Testturm war seit der Eröffnung Anfang Oktober bis Anfang April an 75 Tagen für die Öffentlichkeit geöffnet, wie eine Sprecherin der Betreiberfirma Thyssenkrupp am Mittwoch mitteilte. Die Aussichtsplattform auf 232 Metern gilt als die höchste Deutschlands. Auch die Nachfrage nach Führungen im Turm übersteige an vielen Terminen das Angebot. »Uns freut es, dass die Forschungseinrichtung eine so hohe und positive Resonanz in der Bevölkerung hat«, sagte die Sprecherin.
Allerdings fiel der Besucheraufzug an zwei Märzwochenenden zeitweise aus. Im ersten Fall hatte der Aufzug ein Fehlersignal erhalten, wie die Sprecherin erklärte. Die Gäste auf der Plattform mussten zu Fuß durchs Treppenhaus absteigen. Bei einem weiteren Defekt mussten 800 Besucher nach Hause geschickt werden - ohne die Aussicht genießen zu können.

»Technische Pannen sind frustrierend, besonders für uns, aber wir versuchen, sie so gut es geht auszuschließen«, sagte die Sprecherin. Sollte der Aufzug noch einmal ausfallen, werde man Gästen anbieten, im Konferenzsaal in der Turmspitze zu warten statt abzusteigen.