Ab in den Weltraum Stratos III soll Raketen-Höhenrekord brechen

DARE-Teammitglied Casper van Lierop (links) und Faulhaber-Experte Arjan Bos mit der fast fertigen Stratos-III-Rakete.
DARE-Teammitglied Casper van Lierop (links) und Faulhaber-Experte Arjan Bos mit der fast fertigen Stratos-III-Rakete.

Heute wollen Studenten der TU Delft den europäischen Höhenrekord für Raketen zurückerobern. Mit an Bord: Ein DC-Motor von Faulhaber.

»Das Modell von Faulhaber war das einzige, das in die Stratos III hineinpasst und genügend Drehmoment liefert«, sagt Jesse Hummel, Manager des Stratos-III-Teams an der Abteilung Delft Aerospace Rocket Engineering (DARE) der TU Delft. Denn der Durchmesser der Rakete beträgt nur 28 cm. Der spezielle bürstenlosen DC-Servomotor übernimmt in der Feststoffrakete eine wichtige Aufgabe: Ein Ventil trotz widriger Bedingungen mit hoher Zuverlässigkeit zu steuern. Eine Fehlfunktion würde den Absturz zur Folge haben.

Dazu ein Blick auf das, was der Motor in der Rakete leisten muss. Die Studenten haben nicht nur die Rakete selbst entwickelt, sondern auch den Treibstoff. Er besteht aus einer Mischung aus Paraffinwachs, Aluminiumpulver und dem Zuckeraustauschstoff Sorbit. Der für die Verbrennung nötige Sauerstoff wird in Form von Distickstoffmonoxid (N2O, auch als Lachgas bekannt) zugeführt. Wenn der Treibstoff verbrannt ist, verbleibt ein kleiner Rest N2O im Tank zurück. Würde davon etwas in die Brennkammer gelangen, könnte das Triebwerk zerstört und die Rakete beschädigt werden. Deshalb wird die Zuleitung nach dem Abbrennen sofort mit einem Ventil verschlossen. Das übernimmt der bürstenlosen DC-Servomotor der Serie 4490…BS von Faulhaber, der mit einem analogen Hall-Sensor K1155, einem Getriebe der Reihe 38A sowie einem Controller der Reihe MCBL3006 S RS ausgestattet ist.

»Wir haben sehr wenig Platz in der Rakete, der Antrieb muss also möglichst klein und leicht, aber zugleich sehr stark und absolut zuverlässig sein«, so Jesse Hummel. »Außerdem muss er die heftige Erschütterung beim Start überstehen, nachdem er das Ventil in weniger als einer halben Sekunde geöffnet hat.«