Die SPS/IPC/Drives wächst und wächst SPS/IPC/Drives 2011: So groß wie noch nie

Die SPS/IPC/Drives ist als Arbeitsmesse bekannt, auf der Fachgespräche im Vordergrund stehen.
Die SPS/IPC/Drives ist als Arbeitsmesse bekannt, auf der Fachgespräche im Vordergrund stehen.

Für die diesjährige SPS/IPC/Drives rechnet die Mesago Messemanagement GmbH als Veranstaltergesellschaft erneut mit Rekordergebnissen. Bei der Ausstellungsfläche und der Ausstellerzahl hat es bereits geklappt und bei der Besucherzahl ist man äußerst optimistisch.

»Die SPS/IPC/Drives hat in diesem Jahr viele Superlative zu bieten«, konnte Johann Thoma, Geschäftsführer der Mesago Messemanagement GmbH, auf der Eröffnungspressekonferenz berichten. Der erste Superlativ betrifft die Ausstellungsfläche: zum ersten Mal wurde nämlich die 100.000-m²-Hürde genommen. Exakt 104.000 m² sind belegt, anno 2010 waren es »nur« 94.155 m². Zweiter Superlativ: Die Ausstellerzahl. Sie hat nicht nur den Vorjahreswert 1323, sondern sogar den Rekordwert 1386 des Jahres 2008 übertroffen: Genau 1429 Aussteller, davon 1041 aus dem Inland und 388 aus dem Ausland haben den Weg nach Nürnberg gefunden. Auffällig ist dabei der wachsende Auslandsanteil: Von den 1323 Ausstellern im Jahr 2010 kamen nämlich 1008 aus dem Inland, aber nur 315 aus dem Ausland. Insgesamt sind 38 Länder mit Ausstellern vertreten, im Vorjahr kamen die Aussteller aus 32 Ländern. Mit derzeit 81 Unternehmen ist Italien auch in diesem Jahr nach Deutschland am stärksten präsent, gefolgt von der Schweiz (38), China (38) und Österreich (27).

Dritter Superlativ: Die Besucherzahl. Auch hier zeigt sich die Mesago optimistisch: Sie geht davon aus, die Rekordmarke des Jahres 2010 von 52.028 Besuchern zumindest wieder zu erreichen. Rund 20.000 Besucher werden aus dem Ausland erwartet: »Der Anteil der internationalen Fachbesucher wächst kontinuierlich«, hob Thoma hervor.

Zusätzlichen Raum für Messestände eröffnet diesmal die Halle 3, die außer Steuerungstechnik vor allem elektrische Antriebstechnik beherbergt. »Indem wir die Halle 3 mit einbeziehen, schaffen wir genügend Platz für Neuanmeldungen und Standvergrößerungen von Anbietern elektrischer Antriebstechnik«, erläutert Sylke Schulz-Metzner, Bereichsleiterin SPS/IPC/Drives bei der Mesago. »Wir haben in diesem Bereich viele neue Aussteller, vor allem aus Italien und China.« Die Halle 8 bekommt neben der Steuerungstechnik den neuen Themenfokus »Bedienen und Beobachten«.

Als Schwerpunktthemen der SPS/IPC/Drives gelten wie in den beiden vergangenen Jahren »Energieeffizienz«, »Industrial Identification« und »Safety and Security«. »Sie sind nach wie vor hochaktuell«, stellt Schulz-Metzner klar. Die beiden Messeforen, eines unter der Regie des VDMA und eines unter der des ZVEI, bieten Vorträge und Podiumsdiskussionen zu Themen, die die Branche aktuell bewegen.

Drei Gemeinschaftsstände vermitteln den Besuchern einen schnellen und gezielten Überblick zum jeweiligen Thema: »Open Source meets Industry« (organisiert vom OSADL eG), »wireless in automation« (organisiert von der Mesago) und »AMA Zentrum für Sensorik, Mess- und Prüftechnik« (organisiert vom AMA Fachverband für Sensorik e.V.).

Bei einem in der Vergangenheit durchaus umstrittenen Thema wird sich in diesem Jahr nichts ändern: Die verlängerte Öffnungszeit bis 19 Uhr am ersten und zweiten Messetag bleibt erhalten. »Das Gros der Besucher weiß das zu schätzen - bei der Online-Besucherbefragung zur SPS/IPC/Drives 2010 haben sich fast 75 Prozent der Teilnehmer für eine Beibehaltung der verlängerten Öffnungszeit ausgesprochen«, verdeutlicht Dr. Peter Adolphs, Ausstellerbeiratsvorsitzender der SPS/IPC/Drives und im Hauptberuf Geschäftsführer Entwicklung und Marketing von Pepperl+Fuchs. »Die längeren Öffnungszeiten gestatten Tagesbesuchern mehr Flexibilität. Außerdem hat sich gezeigt, dass am Abend die Stände zwar nicht mehr so voll sind, aber dafür die Gespräche teilweise besonders gute Qualität haben.«

Deutliche Änderungen gibt es diesmal beim SPS/IPC/Drives-Kongress: Erstmals ergänzen vier Anwendersessions das Programm, und zwar zu den Themen »Sichere und verteilte Systeme«, »Maschinenautomatisierung«, »Ethernet im praktischen Einsatz« und »Energieeffiziente Produktion«. Anwender stellen darin vor, wie bestimmte Applikationen innovativ und erfolgreich realisiert wurden. »Die Anwendersessions sollen Erfahrungsberichte liefern, so dass die Kongressteilnehmer nicht nur Visionen vermittelt bekommen, was man mit bestimmten Produkten machen könnte, sondern auch erfahren, was man damit schon gemacht hat und ob dies erfolgreich war«, betont Prof. Klaus Bender von der Technischen Universität Stuttgart, Vorsitzender des Kongresskomitees. Adolphs bestätigt dies: »Die Anwendersessions sollen die inhaltliche Vernetzung von Messe und Kongress noch verstärken«, sagt er. Insgesamt umfasst der Kongress 69 Vorträge in 22 Sessions zu Themen der elektrischen Automatisierung, eine Trendsession mit dem Titel »Sicherheit der PC-basierten Steuerung« sowie drei Tutorials. Die Veranstalter erwarten mehr als 300 Teilnehmer - im Vorjahr waren es 302.

Dass auf der SPS/IPC/Drives nicht mehr nur Komponenten und Systeme der Fertigungs-, sondern inzwischen auch der Prozessautomatisierung zu sehen sind, hat sich, obwohl von den Veranstaltern nicht bewusst gefördert, im Laufe der vergangenen Jahre so ergeben: »Dies kam praktisch von allein«, hebt Adolphs hervor. Das Thema mobile Automatisierung zieht sich mittlerweile ebenfalls durch die Messe, zumal es technisch große Überschneidungen zwischen Steuerungen für mobile Arbeitsmaschinen und Industriesteuerungen gibt. »Auch die mobile Automatisierung stand bisher auf der SPS/IPC/Drives nicht im Fokus«, führt Thoma aus. »Sie hält aber eine interessante neue Besucherzielgruppe bereit, die es zu erschließen gilt.«

Wie in den vergangenen Jahren verleiht die Mesago auch diesmal im Rahmen der SPS/IPC/Drives den »Young Engineer Award«. Prämiert wird der jeweils beste Vortrag aus den Bereichen »Automation« und »Drives« mit 1000 Euro.

»Der entscheidende Schlüssel zum Erfolg der SPS/IPC/Drives liegt darin, dass wir das klare Profil der Messe über viele Jahre hinweg gerettet haben - immer im Einvernehmen mit der Mesago«, betont Adolphs. »Die Veranstaltung ist eindeutig fokussiert auf Komponenten und Systeme der elektrischen Automatisierung. Weil sie einen Arbeitscharakter hat, steht bei ihr nicht die große Show im Mittelpunkt, sondern die Beschäftigung mit Fachthemen.

Auch die ausländischen Tochtermessen florieren

Als »großen Erfolg« bewertet die Mesago die erste Ausgabe der Tochtermesse SPS/IPC/Drives Italia, die vom 24. bis zum 26. Mai 2011 in Parma (Emilia-Romagna) ihre Tore öffnete. Insgesamt 10.844 Besucher und 302 Aussteller waren vertreten; die Ausstellungsfläche betrug 28 000 qm. »Von einer Kannibalisierung der Nürnberger SPS/IPC/Drives durch die SPS/IPC/Drives Italia kann keine Rede sein, zumal es sich bei dieser um eine regionale Messe für den italienischen Markt mit seinen Besonderheiten handelt«, stellt Thoma fest. Die nächste SPS/IPC/Drives Italia findet vom 22. bis zum 24. Mai 2012 statt.

Erfolgreich verlief auch die zweite Ausgabe der SIAF - SPS Industrial Automation Fair im chinesischen Guangzhou. 354 Aussteller präsentierten vom 9. bis zum 11. März 2011 ihre Exponate auf einer Ausstellungsfläche von 30.000 qm, und mehr als 19.300 Besucher waren präsent. Die nächste SIAF ist auf 7. bis 9. März 2012 terminiert.