Demo-Anlage von AMK und ITQ Smartphone als Nicht-Echtzeit-Steuerung

Der »AMK MultiServo« kann alle echtzeitkritischen Steuerungsfunktionen in einer Maschine übernehmen.
Der »AMK MultiServo« kann alle echtzeitkritischen Steuerungsfunktionen in einer Maschine übernehmen.

Der Antriebs- und Steuerungstechnik-Hersteller AMK hat gemeinsam mit dem Software-Engineering Experten ITQ ein zukunftsweisendes Konzept für Maschinensteuerungen präsentiert. Smartphone und Antrieb ersetzen dabei die Steuerung.

Anhand einer Demo-Maschine haben AMK und ITQ gezeigt, dass das Konzept realisierbar ist. Die Steuerungsaufgaben werden dabei in echtzeitkritisch und nicht zeitkritisch eingeteilt. Die echtzeitkritischen Funktionen wandern komplett in den neuen Kompaktwechselrichter »AMK MultiServo« und damit in das Antriebssystem. »AMK MultiServo« ist eine neue Serie von Kompaktwechselrichter-Modulen für bis zu vier Servoachsen inklusive Einspeisung. Die Geräte bringen außer der integrierten Versorgung eine Bewegungssteuerung mit. Ihre Rechenleistung genügt, um Motion-Control-Aufgaben in Echtzeit zu übernehmen. Letztlich können sie alle echtzeitkritischen Steuerungsfunktionen ausführen. Für die nicht zeitkritische Ablaufsteuerung ist dann keine Industrie-Hardware mehr nötig; Smartphones und Tablets können hier einspringen.

Durch die Integration der Ablaufsteuerung in das Smartphone oder Tablet können Entwickler, Inbetriebnehmer und das Personal vor Ort eine Mensch-Maschine-Schnittstelle nutzen, deren Handhabung sie vom eigenen Smartphone gewohnt sind. Der Umgang mit einer Produktionsmaschine lässt sich somit erheblich schneller als bisher erlernen, weil die Bedienweise vom privaten Umfeld her bekannt ist. Die komplette Bedienung und Programmierung der Anlage erfolgt einschließlich der Motion Control in funktional unterteilten Apps. Sie stellen alle nötigen Funktionen zur Steuerung, Bedienung und Visualisierung der Maschine bereit und können damit an die Stelle zentraler, umfangreicher und entsprechend komplizierter Engineering-Umgebungen treten.

»Software in Container zu bringen und diese über AppStores verfügbar zu machen, wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen«, erläutert AMK-Geschäftsführer Dr. Ulrich Viethen. »Zudem lassen sich die unterschiedlichen Innovationszyklen bei Hardware und Software voneinander trennen.« Weil die Apps losgelöst seien von einer spezialisierten Elektronik, brauche bei Weiterentwicklungen niemand mehr auf den anderen zu warten. Damit seien Weiterentwicklungen in der Programmierung sofort gewinnbringend für die eigene Maschine nutzbar.

Damit sich Antrieb und Smartphone gut verstehen, kommt der industrielle Kommunikationsstandard OPC UA zum Einsatz, der von vornherein die nötigen Security-Mechanismen für die sichere Kommunikation mitbringt.