Erweiterung des TIA-Konzepts Siemens verkündet »TIA 2.0«

Ralf-Michael Franke, Siemens: »Der Prozess der Industriesoftware-basierten Integration ist noch nicht abgeschlossen.«
Ralf-Michael Franke, Siemens: »Der Prozess der Industriesoftware-basierten Integration ist noch nicht abgeschlossen.«

Siemens sieht sein Systemkonzept »Totally Integrated Automation« (TIA) auf einer neuen Stufe angekommen: Nach der Vorstellung des Engineering-Frameworks »TIA Portal« auf der SPS IPC Drives 2010 folgen jetzt weitere neue Entwicklungen zur Hannover Messe 2012.

Konkret sind das die Version 10 der Anlagenplanungs- und -betriebs-Software »Comos«, die zunehmende Integration der Antriebstechnik in das »TIA Portal«, die Version 5.3 der Energie-Management-Software »Simatic B.data« und der »Active Workspace« als personalisierte Bedienoberfläche für die PLM-Plattform (Product Lifecycle Management) des Unternehmens.

»Wir erreichen jetzt eine neue Dimension der Industriesoftware-basierten Integration von Produkten, Systemen und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette«, erläuterte Ralf-Michael Franke, CEO der Siemens-Division Drive Technology. »Es handelt sich dabei um eine logische Fortsetzung der TIA, eine 'TIA 2.0‘, wenn Sie so wollen.« Abgeschlossen sei der Integrationsprozess damit aber keineswegs: »Auf jeder künftigen SPS IPC Drives oder Hannover Messe werden wir weitere Schritte vorstellen«, betonte Franke.

Nicht von ungefähr stellt Frankes Division die Integration auf Industriesoftware-Basis für anspruchsvolle Antriebs-Anwendungen in den Vordergrund. Laut Franke lassen sich die Effizienzwerte in energieintensiven Branchen wie der Chemie oder der Metall- und Papierverarbeitung um bis zu 70 Prozent erhöhen, und zwar allein schon durch komplette Antriebssysteme, die sich von der Steuerung über Motoren bis hin zur Getriebetechnik in die Anlagen der Kunden integrieren lassen. Dementsprechend sollen die Getriebemotoren der Serie »Simogear«, die auf der Hannover Messe vorgestellt werden, Wirkungsgrade von bis zu 96 Prozent erreichen. Die neue Baureihe umfasst Stirnrad-, Flach-, Kegelstirnrad- und Schnecken-Getriebemotoren. Die Markteinführung erfolgt stufenweise in einem Leistungsbereich zwischen 90 W und 200 kW und mit einem Abtriebsmoment bis 50.000 Nm.

Wie künftig das gesamte Antriebs-Portfolio von Siemens lassen sich die »Simogear«-Motoren mit dem »TIA Portal« in Anlagen von Kunden einplanen. Die Engineering-Software »StartDrive« für die Projektierung und Inbetriebnahme von »Sinamics«-Antrieben ist mittlerweile vollständig im »TIA Portal« integriert; die Engineering-Software »Scout« für das Motion-Control-System »Simotion« folgt in einer weiteren Ausbaustufe.

Neu zur Hannover Messe ist auch Version 10 der Anlagenplanungs- und -betriebs-Software »Comos«. Bei dem Programm handelt es sich um eine Enterprise-Plattform mit integriertem Daten- und Dokumenten-Management. Neue Funktionen in Version 10 vereinfachen die integrierte, system- und standortübergreifende Zusammenarbeit der Projektbeteiligten. Zudem sind Leittechnik- oder ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) jetzt noch leichter anzubinden. Weiterentwickelt wurde ferner die Integration von Comos zum Prozessleitsystem »Simatic PCS 7«: Eine neue Schnittstelle sorgt für einen konsistenten und bidirektionalen Informationsaustausch zwischen beiden Systemen. Zu den Neuerungen gehört obendrein die »Comos App«, mit der Planer und Betreiber Dokumente jederzeit und an jedem Ort einsehen können. Für die Pharmaindustrie stellt »Comos 10« eine spezifische Branchenlösung bereit.

Darüber hinaus stellt Siemens auf der Hannover Messe die Version 5.3 der modularen und branchenneutralen Energie-Management-Software »Simatic B.data« vor. Die Neuauflage ist für Windows 7 (64 Bit) freigegeben und bietet ein Energie-Management-Dashboard, mit dem sich Energiemengen und -kosten sowie weitere KPI-Leistungskennzahlen (Key Performance Indicator) tabellarisch und grafisch darstellen lassen. Neu sind auch ein Übersichtsbericht aller Energieeffizienzmaßnahmen und ein Schichtkalender, der in die Planung des zukünftigen Energiebedarfs einfließt. Dabei können zwecks genauerer Prognose des Energiebedarfs unterschiedliche Produktionsschichten-Modelle vorgegeben werden, etwa der Betrieb in zwei oder drei Schichten. Zusätzlich lassen sich lokale Termine einbinden, zum Beispiel regionale öffentliche Feiertage, die bei Energieplanung, Auswertung und Berichterstattung berücksichtigt werden.

Last but not least präsentiert Siemens in Hannover den »Active Workspace« als personalisierte Umgebung für den Zugang zur PLM-Plattform des Unternehmens. »Active Workspace« ermöglicht den Zugriff auf Daten aus dem gesamten PLM-Spektrum. Alle PLM-Anwender können die Umgebung aktiv nutzen.

Auf der Hannover Messe stellt Siemens in Halle 9 am Stand A72 aus.