Software-Portfolio ergänzt Siemens kauft weitere Automatisierungs-Software-Firma

Anton S. Huber, Siemens: »Die mechatronische Simulation wird für intelligente, wettbewerbsfähige Produktentwicklungs- und Produktionsprozesse immer wichtiger.«
Anton S. Huber, Siemens: »Die mechatronische Simulation wird für intelligente, wettbewerbsfähige Produktentwicklungs- und Produktionsprozesse immer wichtiger.«

Mit seiner Industrie-Software will Siemens Produktionsprozesse durch eine stärkere Vernetzung von Entwicklungs- und Produktionsschritten optimieren. Gemäß dieser Strategie hat der Konzern vor kurzem LMS International NV übernommen, einen Anbieter von Software für die Prüfung und mechatronische Simulation komplexer Produkte.

Die intelligente Vernetzung der einzelnen Produktionsschritte durch industrielle IT und Software spielt eine Schlüsselrolle für wettbewerbsfähige Produktion, wie Anton S. Huber, CEO der Division Industry Automation, auf der Siemens-Pressekonferenz im Rahmen der Messe SPS IPC Drives erläuterte: Unternehmen verknüpfen Informationen über ihre gesamte Wertschöpfung, um produktiver und effizienter zu werden. Nicht von ungefähr erweitert Siemens den Bereich Industrie-Software fortlaufend, zuletzt mit der im belgischen Leuven ansässigen Software-Firma LMS.

LMS bietet eine komplette Software-Plattform zum Modellieren, Simulieren und Prüfen mechatronischer Systeme in Fahrzeugen, Flugzeugen und anderen komplexen Produkten im Hinblick etwa auf Vibrationen und Schwingungen. Zudem stellt das Unternehmen mechatronische Simulationslösungen für die Systemsimulation und die 3D-Analyse bereit. Für komplexe Mechatronik-Anwendungen werden beide Bereiche gekoppelt. »Die mechatronische Simulation wird für intelligente, wettbewerbsfähige Produktentwicklungs- und Produktionsprozesse immer wichtiger«, sagte Huber. »Unternehmen können ihre Produkte künftig mit einer durchgängigen Datenbasis simulieren, testen, optimieren und produzieren.« Das mache sie schneller, zielgenauer, flexibler und kostengünstiger.

Künftig sollen die Geschäftstätigkeiten von LMS innerhalb der Siemens-Division Industry Automation in das Software-Portfolio für Product Lifecycle Management (PLM) integriert werden. Alle Aspekte des Produktentwicklungsprozesses - vom virtuellen Design und der Simulation bis hin zu physikalischen Testeinsätzen - lassen sich dann in der Siemens-PLM-Software integrieren. »Seit der Akquisition von UGS im Jahr 2007 ist Siemens der weltweit einzige Anbieter, der den gesamten Wertschöpfungsprozess für Produktentwicklung und Produktion mit Software abdeckt«, betonte Huber.

LMS beschäftigt über 1200 Mitarbeiter und erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 einen Umsatz von mehr als 140 Mio. Euro. Das Privatunternehmen hat etwa 5000 Unternehmen aus Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt und anderen Branchen als Kunden. Es unterstützt laut Siemens sämtliche Fortune-500-Unternehmen aus Automobil- und Flugzeugbau inklusive ihrer Tier-One-Zulieferer mit einer Kombination aus Software zur mechatronischen Simulation, Testsystemen und Engineering-Leistungen. Der Kaufpreis für LMS beträgt nach Konzernangaben rund 680 Mio. Euro.