Cannon Automata Sercos- und EtherCAT-Master koppeln

Die Sercos/EtherCAT-Bridge S3DC von Cannon Automata schlägt eine Brücke zwischen EtherCAT und Sercos.
Die Sercos/EtherCAT-Bridge S3DC von Cannon Automata schlägt eine Brücke zwischen EtherCAT und Sercos.

Die Sercos/EtherCAT-Bridge S3DC von Cannon Automata ermöglicht den bidirektionalen Datenaustausch zwischen Sercos- und EtherCAT-Mastern in Echtzeit-Ethernet-Netzwerken. Mit ihr lassen sich also EtherCAT-Geräte in Sercos-Netzwerke einbinden und umgekehrt.

»Soweit ich weiß, gibt es bisher nichts direkt Vergleichbares auf dem Markt«, erläutert Christian Bauer, bei Cannon Automata in Ried zuständig für Technical Sales. Aus Sicht des Unternehmens ergänzen sich EtherCAT- und Sercos-Geräte in ein und demselben Netzwerk sehr gut: Beide erreichen demnach Zykluszeiten unter 50 µs - Sercos 31,25 µs, EtherCAT 12,5 µs - und eine hohe Synchronität mit einem Jitter weit unter 1 µs. »EtherCAT ist weit verbreitet – es gibt eine Vielzahl von Produkten unterschiedlicher Hersteller – und hat eine sehr flexible Topologie«, sagt Christoph Melzer, Geschäftsführer von Cannon Automata in Ried. »Sercos dagegen zeichnet sich durch einen hohen Standardisierungsgrad sowie sehr gute Redundanz-Eigenschaften und Standard-Ethernet-Unterstützung aus.« Die beiden Busse seien immer häufiger als interne Kommunikationsplattform intelligenter Subsysteme anzutreffen, müssten dann aber in ein und dieselbe Maschine oder Produktionslinie integriert werden. Zudem gebe es bei Sercos gewisse Lücken im Produktangebot, die mit EtherCAT-Geräten geschlossen werden könnten.

Für solche Anwendungen ist die Sercos/EtherCAT-Bridge S3DC gedacht. Sie ermöglicht es, Sercos- und EtherCAT-Master zu koppeln und Daten in heterogenen Echtzeit-Ethernet-Kommunikationsstrukturen bidirektional zu übertragen. Die Bridge bildet sich auf beiden Bussen jeweils als I/O-Device ab. Die Breite der Echtzeitdaten ist im Bereich von 32 bis 2048 Byte flexibel konfigurierbar. Das Kopieren der Daten zwischen den beiden Bussen erfolgt Hardware-gestützt innerhalb eines Kommunikationszyklus. Neben den applikationsspezifischen I/O-Daten werden in jedem Zyklus auch Status- und Diagnosedaten des Sercos- oder EtherCAT-Busses zur jeweils anderen Seite übertragen. Das ermöglicht den beiden Mastern, auf Änderungen des Kommunikationszustands oder auf Fehlerereignisse schnell zu reagieren.

Neben dem Echtzeitkanal unterstützt die Baugruppe einen bidirektionalen Kanal für die asynchrone Übertragung von Daten. Abgebildet wird dieser Mailbox-Mechanismus auf der Sercos-Seite über IDNs, die über den Service-Kanal gelesen und geschrieben werden können. Auf der EtherCAT-Seite erfolgen die Zugriffe alternativ über CoE-Objekte oder VoE.

Die Baugruppe ist als kompaktes Modul für die Hutschienenmontage ausgeführt. Für Sercos und EtherCAT stehen jeweils zwei RJ45-Buchsen bereit. Eine weitere frontseitige RJ45-Buchse dient als Standard-Ethernet-Schnittstelle. Über sie können Geräte mittels der von EtherCAT und Sercos zur Verfügung gestellten Mechanismen (EtherCAT EoE und Sercos UCC) mit anderen Busteilnehmern kommunizieren. Der ebenfalls auf dem Interface verfügbare IEEE 1588 Master/Slave ist zur Uhrzeitsynchronisation nutzbar.

Momentan synchronisiert die Bridge die Zykluszeiten der beiden Protokolle noch nicht. Dies ist für die nächste Version angekündigt, die eine Taktsynchronität von EtherCAT- und Sercos-Zyklus und einen einstellbaren Taktversatz bieten soll.

Hannover Messe: Halle 9, Stand G28 (Sercos)