Echtzeit-Ethernet-System Sercos Sercos-III-Soft-Master-Core wird Open Source

Die Sercos-Nutzerorganisation Sercos International hat angekündigt, bis zum Jahresende in Kooperation mit Bosch Rexroth einen Sercos-III-Soft-Master-Core als Open-Source-Software zur Verfügung zu stellen.

Ein Sercos-III-Soft-Master macht laut Sercos International einen spezifischen Sercos-III-Master-Baustein in Form eines FPGAs oder ASICs entbehrlich. Statt dessen kann ein Standard-Ethernet-Controller zum Einsatz kommen, und die Sercos-III-Hardware-Funktionen werden in einer Treiber-Software auf Host-Basis emuliert. Dieser Implementierungsansatz stellt für viele Anwendungen ein ausreichendes Echtzeitverhalten sicher. Wenn ein Ethernet-Controller mit mehreren Queues und Telegramm Scheduling zum Einsatz kommt - Sercos International nennt als Beispiel den Intel i210 -, lassen sich sogar ähnliche Synchronitäten wie mit einem Master auf Hardware-Basis erzielen.

Sercos International zufolge realisieren einige Unternehmen derzeit erste Projekte auf Basis des Sercos-III-Soft-Masters in Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth. Nach einer kontrollierten Erprobungsphase soll der Soft-Master dann unter einer Open-Source-Software-Lizenz für die allgemeine Nutzung im Software-Pool von Sercos International bereitgestellt werden. Das Lizenzmodell wird sich an dem der Sercos-Master-Bibliothek CoSeMa (Common Sercos API) orientieren, die seit April 2009 als Open-Source-Treiber-Software zur Verfügung steht und sowohl für Hard-Master- als auch für Soft-Master-Implementierungen nutzbar ist.

»Mit der Bereitstellung einer Sercos-III-Soft-Master-Implementierung als Open Source wird es für Hersteller viel einfacher, einen Sercos-III-Master zu entwickeln und gleichzeitig an zukünftigen Verbesserungen und Erweiterungen der Software zu partizipieren«, erläutert Peter Lutz, Geschäftsführer von Sercos International. »Steuerungssysteme lassen sich damit künftig einfacher, kompakter und günstiger gestalten. Dies ist nicht nur für den asiatischen Markt ein wichtiges Kriterium.«

Interessierte Unternehmen können sich an Sercos International (Peter Lutz) oder Bosch Rexroth wenden.