Mitsubishi Electric Roboter mittels KI vorausschauend warten

Mitsubishi Electric nutzt seine konzerneigene künstliche Intelligenz unter anderem, um Wartungsbedarf an Robotern in Echtzeit zu ermitteln und entsprechende Maßnahmen im Voraus zu planen.

Auch bei Industrierobotern ist vorausschauende Wartung wichtig. Mitsubishi Electric hat dafür eine Lösung auf KI-Basis entwickelt, die sich direkt am Roboter, sprich: als Teil von dessen Steuerung, implementieren lässt.

Durch die Analyse von in Echtzeit erfassten Betriebsparameter-Werten lässt sich Wartungsbedarf ermitteln, bevor er dringlich wird. So können Maßnahmen im Voraus geplant und auf das nötige Minimum reduziert werden. Mitsubishi Electric nutzt dafür seine konzerneigene KI-Technik „Maisart“, die zur vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) den Datenstrom der Sensorik vorverarbeitet. Die KI ist in der „Melfa-SmartPlus“-Zusatzkarte implementiert, die den Controller CR800 für die Roboter der „Melfa-FR“-Serie um Rechenleistung und zusätzliche Funktionen erweitert.

Die KI ermittelt unter anderem anhand von Motorkennwerten, Schwingungen sowie Strom- und Kraftaufnahme, ob sich am Servomotor, einem angeschlossenen Getriebe oder einem Lager Wartungen anbahnen. Hierbei kann es sich um einen Schaden oder um Verschleiß von Lagern, Verzahnungen oder Schmierfett handeln. Entsprechende Wartungsempfehlungen werden im Klartext ausgegeben und ermöglichen eine effiziente Wartungsplanung.

Predictive Maintenance versus Preventive Maintenance

»Bei den Begriffen ‚Predictive Maintenance‘ und ‚Preventive Maintenance‘ mangelt es vielfach an Trennschärfe«, erläutert Michael Finke, Product Manager für Roboter bei Mitsubishi Electric. »Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung, stützt sich auf die Live-Auswertung von im Feld erfassten und in Echtzeit ausgewerteten Symptomen. Sie bietet entsprechende Diagnosen und Prognosen zum Health-Status einzelner Komponenten des Roboters unter Einsatz von KI-Technik. Unter Preventive Maintenance, sprich: vorbeugender Wartung, verstehen wir eine ebenfalls intelligente, rechnergestützte Funktion, der das jeweilige Roboterprogramm zugrunde liegt.«

Bei vorbeugender Wartung finden die Analysen im Vorfeld in der für alle Roboter von Mitsubishi Electric einheitlichen Programmier- und Simulationsumgebung „RT ToolBox3“ statt. Möglich ist dies ohne Roboter in der Simulation oder online direkt mit dem Roboter. Ist die Roboterprogrammierung abgeschlossen, werden Verschleiß- und Belastungssimulationen durchgeführt und entsprechende Fristen für die Wartung berechnet.

Im Zusammenspiel ermöglichen beide Wartungskonzepte der „SmartPlus“-Funktionslösung – Predictive und Preventive Maintenance – eine Minimierung der Stillstandszeiten, unter anderem durch Batch-Verarbeitung der Wartungsdaten mehrerer Roboter für ganze Produktionslinien.