Energiekosten senken PoE - Mehr als nur Strom aus dem Ethernet-Kabel

Ein Gigabit-Ethernet-PoE-Switch von Allied Telesis
Ein Gigabit-Ethernet-PoE-Switch von Allied Telesis

Die Idee, Strom und Informationen über ein einziges Kabel zu übertragen, ist so genial wie simpel. Der bereits 2003 verabschiedete Power-over-Ethernet-Standard (PoE) wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und ermöglicht den energieeffizienten Betrieb zahlreicher Geräte. Moderne Switches erlauben dabei weitaus mehr als die Stromversorgung aus der Ferne.

Wenn es um die Stromversorgung von Netzwerkkomponenten an unzugänglichen Stellen ging, spielte PoE seit jeher seine Vorteile aus. So lassen sich beispielsweise WLAN-Zugangspunkte und andere Komponenten ohne umständliche Stromkabel-Installation auf weitläufigen Firmengeländen realisieren. Gemäß dem 2009 verabschiedeten PoE-Standard IEEE 802.3at können über ein einfaches Cat-5-Kabel immerhin bis zu 30 W übertragen werden.

Auch jenseits solcher Spezialanwendungen hat sich die PoE-Technik erheblich weiterentwickelt. »Konsequent eingesetzt, bietet sie mittlerweile ein beträchtliches Potenzial, um Unternehmensnetz und Infrastruktur effizienter zu betreiben«, erläutert Uwe Becker, Country Sales Director Germany & Switzerland beim Netzwerkkomponenten-Hersteller Allied Telesis. Dabei sei der Grundgedanke frappierend einfach: »So wie bereits vielen Fernsehern und Stereoanlagen in der Nacht die Stromzufuhr gekappt wird, um Standby-Strom zu sparen, kann auch das Unternehmen seine nicht benötigten Geräte außer Betrieb nehmen.« Was zu Hause kleinere zweistellige Beträge einspare, summiere sich in großen Organisationen schnell zum erheblichen Kostenfaktor.

Ein Beispiel zeigt das Potential dieser Technik: In einem Unternehmen kommunizieren die rund 200 Angestellten über eine moderne VoIP-Telefonanlage. Jedes Telefon verbraucht dabei zwischen 2 und 7 W Leistung pro Tag - auch wenn es gar nicht genutzt wird. Ein solcher Betrieb könnte auf die PoE-Technik zurückgreifen, um nicht benötigte Geräte über Nacht vom Netz zu nehmen. »Es wäre technisch kein Problem, die Leitungen zwischen 8 Uhr abends und 7 Uhr morgens sowie am Wochenende auszuschalten«, verdeutlicht Becker. »Ein Unternehmen dieser Größe könnte so innerhalb eines Jahres rund 9000 kWh Strom sparen - und damit etwa 1800 Euro.«

Doch nicht nur als Mittel für mehr Energieeffizienz ist PoE laut Becker eine gute Wahl: »Das Aus- und Wiederanschalten einzelner Geräte ist in vielen Fehlersituationen eine gleichermaßen pragmatische wie effiziente Lösung zur Problembehebung«, sagt er. »PoE-Installationen ermöglichen diesen Schritt mit wenigen Mausklicks vom Arbeitsplatz des IT-Verantwortlichen aus.«

Darüber hinaus schützt PoE vor Missbrauch in Unternehmen. Kontrolliert abgeschaltete Endsysteme wie Telefone oder WLAN-Zugangspunkte verhindern wirksam die unerlaubte Benutzung der Ressourcen. Für Unternehmen ergibt sich dadurch zum einen der Vorteil, dass unnötige Kosten durch unerlaubten Gebrauch vermieden werden. Zum anderen ist es nicht möglich, schädliche Software über das WLAN ins Unternehmensnetz einzubringen.