11 Prozent Umsatzwachstum im Jahr 2015 Pilz baut sein Service-Angebot für Safety und Security aus

Als Weltneuheit präsentierte Pilz auf der Hannover Messe 2016 die Lichtgitter der Serie PSENopt II, die als Lichtgitter des Typs 3 Anwendungen der Sicherheitskategorie PL d (SIL 2) ermöglichen.
Als Weltneuheit präsentiert Pilz auf der Hannover Messe 2016 die Lichtgitter der Serie PSENopt II, die als Lichtgitter des Typs 3 Anwendungen der Sicherheitskategorie PL d (SIL 2) ermöglichen.

Der Automatisierungstechnik-Hersteller Pilz hat im vergangenen Geschäftsjahr 11% Umsatzplus erzielt – von 259 Mio. Euro im Jahr 2014 auf 288 Mio. Euro. Auf der Hannover Messe zeigt Pilz unter anderem die ersten Lichtgitter des Typs 3 im Einklang mit der überarbeiteten Version der Norm IEC 61496-1.

Auch die Zahl der Beschäftigten stieg 2015 auf einen Rekordwert: Zum Jahresende waren weltweit 2030 Mitarbeiter bei Pilz tätig, 6% mehr als ein Jahr zuvor. Am Stammsitz in Ostfildern beschäftigte Pilz 972 Menschen, darunter 35 Auszubildende. 19,8% des Umsatzes von 2015 flossen in Forschung und Entwicklung.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Pilz mehr als 70% seines Umsatzes außerhalb Deutschlands: Der Exportanteil stieg um 1,4 auf 70,9%. 74,5% seines Umsatzes erzielte das Unternehmen in Europa, 15,3% in Asien und knapp 10% in Amerika. Das größte Wachstum, nämlich 20%, erreichte Pilz in Asien, allen voran in Südkorea, Japan und China. In den nächsten Wochen eröffnet das Unternehmen in Singapur die Tochtergesellschaft »Pilz Southeast Asia«, die mit einer eigenen Vertriebs- und Service-Organisation Kunden im ASEAN-Raum bedienen will. Die Zahl der Vertriebsgesellschaften steigt damit auf weltweit 40. Nach Produktgruppen betrachtet ist bei Pilz die Steuerungstechnik einschließlich der Antriebstechnik mit einem Anteil von 66% nach wie vor der wichtigste Umsatzbringer. Die Wachstumsfelder Sensorik und Dienstleistungen erreichen aber mittlerweile 15 und 12%. 7% verteilen sich auf andere Produktgruppen. Auch in diesem Jahr hat Pilz wieder ein zweistelliges Umsatzplus im Visier. Um dafür personell gewappnet zu sein, will das Unternehmen bis zum Jahresende weltweit etwa 260 neue Mitarbeiter einstellen, so dass dann 2290 Personen bei Pilz tätig wären.

Zu sehen auf der Hannover Messe

Um eine Weltneuheit handelt es sich laut Pilz bei den Lichtgittern der Serie »PSENopt II«. Sie sind demnach die ersten Lichtgitter des Typs 3 im Einklang mit der überarbeiteten Version der Norm IEC/EN 61496 (BWS-Norm, Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen).

Der Hintergrund der Entwicklung ist eine »Typen-Lücke« in der neugefassten Norm. Nach deren Änderung im Mai 2015 dürfen Typ-2-Lichtgitter nur noch in Applikationen mit Performance Level c (SIL 1) eingesetzt werden, während Typ-4-Lichtgitter weiterhin für Performance Level e (SIL 3) verwendet werden können. Dem Performance Level d (SIL 2) ist Typ 3 zugeordnet, der jedoch bisher als Produkt nicht verfügbar war. Also mussten Anwender im konkreten Fall auf Typ 4 ausweichen, wenn sie PL d (SIL 2) erfüllen wollten.

Mit den »PSENopt-II«-Lichtgittern ist dies nicht mehr nötig: Sie schließen die Lücke und ermöglichen angepasste und damit kostengünstige Lichtgitter-Lösungen. Die »PSENopt-II«-Geräte eignen sich vor allem für Handarbeitsplätze, Zuführung/Abführung von Material und das Material-Handling in Roboterapplikationen. Sie erreichen eine Schockbeständigkeit von 50g. Über den Handschutz hinaus bieten sie als Lichtgitter Typ 3 auch Fingerschutz bis PL d. Die Lichtgitter arbeiten mit durchgängigen Einzelstrahlen, die die sogenannten »Totzonen« komplett ausschließen. Dadurch können die Lichtschranken näher an die Applikation rücken. Dank der Totzonenfreiheit sparen Anwender somit Platz in der Applikation. Alle wesentlichen, für einen Maschinenstopp verantwortlichen Ursachen oder Systemdefekte lassen sich mittels LEDs auswerten, was Stillstandzeiten minimiert. Die Lichtgitter lassen sich mit den dazugehörigen Montagehilfen leicht installieren und flexibel nutzen. Durch ihren 5-poligen Anschluss können sie direkt an die dezentrale Peripherie PDP67 angeschlossen werden. Damit reduziert sich der Aufwand für die Inbetriebnahme.

Schutztürsystem »PSENmlock«

Das sichere Schutztürsystem »PSENmlock« von Pilz fungiert als zuverlässiger Türwächter: Es kombiniert sichere Schutztürüberwachung und sichere Zuhaltung für Personen- und Prozessschutz bis zur Sicherheitskategorie PL e (SIL 3) in einem Gerät. Geeignet ist es für kleine ebenso wie für große, schwere Türen – Schwenk- und Schiebetüren sowie Hauben und Klappen. Über diese Anwendungen hinaus sorgt der flexibel gelagerte Betätiger für einen hohen Toleranzausgleich und eine uneingeschränkte Funktionsfähigkeit auch bei absackenden Türen. Dabei verringert die spannungslose Zuhaltung durch einen bistabilen Magneten den Energieverbrauch des sicheren Schutztürsystems.

Diagnosedaten sind in zahlreichen Einbaupositionen gut erkennbar: LEDs an drei Seiten des Gehäuses unterstützen eine bedienerfreundliche Diagnose unabhängig von der Einbausituation. Mit einer Zuhaltekraft von 7500 N und einer integrierten Rastkraft von 30 N verhindert »PSENmlock« ein unbeabsichtigtes Öffnen der Schutzeinrichtung. So eignet sich das sichere Schutztürsystem vor allem auch für Maschinen mit gefährlichem Nachlauf, etwa rotierende Messer, Schwingräder oder Roboter, bei denen eine sichere Zuhaltung bis PL d oder PL e zwingend nötig ist. Zudem verhindert eine integrierte mechanische Wiederanlaufsperre ein versehentliches Aktivieren der Zuhaltung; separates Zubehör ist nicht erforderlich. Bei Maschinen mit Nachlauf birgt ein unbeabsichtigtes oder zu frühes Öffnen der Sicherheitsvorrichtung das größte Sicherheitsrisiko für Bediener. Daher gilt es vor allem, die gefährliche Situation beim Deaktivieren eines Schalters zu vermeiden. Die zweikanalige Ansteuerung der Zuhaltung bei »PSENmlock« stellt sicher, dass beim Öffnen der Tür keine Gefahr mehr besteht. Auch Fehlerfälle wie etwa Kurzschluss werden sicher erkannt, so dass ein unbeabsichtigtes Öffnen der Tür verhindert werden kann.

Hannover Messe: Halle 9, Stand D17