Erarbeitet vom VDMA OPC UA Companion Specs für Robotik und Vision

Ein Cobot von Universal Robots mit Schleifvorrichtung, gesehen auf der Messe Automatica.
Ein Cobot von Universal Robots mit Schleifvorrichtung, gesehen auf der Messe Automatica.

Die OPC-UA-Arbeitsgruppen Bildverarbeitung und Robotik des VDMA haben die ersten Versionen ihrer OPC UA Companion Specifications veröffentlicht.

Die OPC UA Companion Specification für die Robotik (kurz OPC UA Robotics) bietet ein standardisiertes Informationsmodell, das alle roboterbezogenen Daten unabhängig von Hersteller und Standort einheitlich darstellen kann. Der nun als Entwurf freigegebene Teil 1 ermöglicht Asset Management, Zustandsüberwachung, vorbeugende Wartung und vertikale Integration - zu jeder Zeit, überall auf der Welt und unabhängig von Hersteller und Robotertyp. Er bietet somit eine Basis zur Datenanalyse und zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität.

Die OPC UA Companion Specification für die industrielle Bildverarbeitung (kurz OPC UA Vision) bietet ein generisches Modell für alle Bildverarbeitungssysteme - von einfachen Vision-Sensoren bis hin zu komplexen Inspektionssystemen. Einfach ausgedrückt, definiert das Modell den Wesenskern eines Bildverarbeitungssystems. Teil 1, der jetzt als Release Candidate veröffentlicht wurde, beschreibt den Infrastruktur-Layer, der eine Abstraktion des generischen Bildverarbeitungssystems darstellt. Er ermöglicht die vereinheitlichte Steuerung eines Bildverarbeitungssystems und abstrahiert das notwendige Verhalten über ein sogenanntes Statusmaschinenkonzept. Die Verwaltung von Rezepten, Konfigurationen und Ergebnissen erfolgt standardisiert, wobei die Inhalte herstellerspezifisch bleiben und wie Blackboxes behandelt werden.

»Interoperabilität ist der Schlüssel zur Differenzierung unserer Produkte in einer vernetzten Welt der Industrie 4.0«, erläutert Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Vorsitzender der VDMA OPC Vision Initiative und Geschäftsführender Gesellschafter von Asentics. »OPC UA ist der designierte Standard, um Maschinen in der intelligenten Fabrik der Zukunft die gleiche Sprache sprechen zu lassen. Mit der heutigen Veröffentlichung der Companion Specifications haben wir einen Meilenstein auf diesem Weg erreicht.«

Darüber hinaus ist der VDMA Mitbegründer des vorwettbewerblichen und gemeinnützigen Verbands Labs Network Industry 4.0 (LNI), der neutral Testbeds betreibt und Use Cases auf KMU-Anforderungen und Standardisierung fokussiert. Die Hochschule Ravensburg-Weingarten plant, gemeinsam mit Industriepartnern das erste Testbed in ihrem Labor zu etablieren. »Die praktische Validierung durch Anwender, besonders durch KMU, ist ein Schlüssel zum Erfolg für darauffolgende internationale Normungsaktivitäten«, betont Dr. Christian Mosch vom VDMA-Forum Industrie 4.0. Das Testbed ist ohne Barrieren offen für neue Partner.

Die OPC UA Vision Companion Specification ist ab sofort als VDMA-Einheitsblatt 40100 (als Release Candidate) kostenlos erhältlich, die OPC UA Robotics Companion Specification als VDMA-Einheitsblatt 40010 (als Entwurf). Beide Spezifikationen lassen sich unter opcua@vdma.org anfordern.