Mobile Industrial und Universal Robots Neues Cobot-Zentrum im dänischen Odense

Die Vision des neuen Cobot-Zentrums in Odense. Das endgültige Design der Architektur steht noch nicht fest.
So ähnlich soll das neue Cobot-Zentrum von MiR und UR einmal aussehen. Das endgültige Design der Architektur steht aber noch nicht fest.

Mobile Industrial Robots und Universal Robots investieren in Odense, dem Herz des dänischen Robotik-Clusters, 36 Millionen US-Dollar in einen neuen Standort für die Entwicklung und Produktion kollaborierender Roboter. Die beiden Unternehmen werden sich 32.000 qm Fläche teilen.

Mit finanzieller Unterstützung ihrer gemeinsamen US-Muttergesellschaft Teradyne haben Mobile Industrial Robots (MiR) und Universal Robots (UR) ein 50.000 qm großes Baugrundstück in Odense für das Cobot-Zentrum erworben. Kollaborierende Roboter (Cobots) sind laut den beiden Unternehmen derzeit das am schnellsten wachsende Segment der industriellen Automatisierung. Sie können ohne Schutzumhausung Seite an Seite mit Menschen zusammenarbeiten, entlasten ihre menschlichen Kollegen von monotonen Aufgaben und steigern die Produktivität.

Mit dem neuen Cobot-Zentrum will Teradyne die Führungspositionen, die seine Tochtergesellschaften MiR und UR weltweit aufgebaut haben, weiter stärken. Bis heute habe Teradyne mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar in die beiden Roboterunternehmen investiert.

Die Baustelle befindet sich im Industriegebiet von Odense in der Nähe des derzeitigen Hauptsitzes von UR, der ebenfalls Teil des neuen Cobot-Zentrums werden soll. Die beiden Unternehmen werden als getrennte Einheiten weitergeführt. Ziel ist es, ein attraktives Umfeld für potentielle neue Mitarbeiter zu schaffen und so das von beiden Unternehmen erwartete weitere Wachstum in den kommenden Jahren zu erleichtern. MiR hat im vergangenen Jahr 100 neue Mitarbeiter, UR in den vergangenen zwei Jahren 280 neue Mitarbeiter eingestellt. Momentan beschäftigen MiR und UR 160 und 450 Mitarbeiter in Dänemark. Bei UR sind weltweit fast 700 Mitarbeiter tätig, während die Belegschaft von MiR insgesamt rund 220 Mitarbeiter umfasst.

Jürgen von Hollen, President von Universal Robots, sieht ein großes Potenzial im Markt für Cobots: »Laut ABI Research wird dieser Markt bis 2030 auf einen Gesamtwert von fast 12 Milliarden Dollar anwachsen«, sagt er. »Dank der Nachfrage nach dänischen Cobots wachsen wir schon jetzt aus unseren derzeitigen Büros in Odense heraus, sowohl bei UR als auch bei MiR.«

Die dänische Roboterindustrie boomt derzeit: Die jährliche Umfrage des Branchenverbands Odense Robotics aus dem Jahr 2019 zeigt, dass aktuell 8500 Menschen für dänische Roboterunternehmen arbeiten, davon 3900 in und um Odense, der nach Kopenhagen und Aarhus drittgrößten Stadt Dänemarks. Wenn die Branche den Wachstumsprognosen folgt, wird die dänische Roboterindustrie nach Angaben des dänischen Analysehauses Damvad im Jahr 2025 bereits 25.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Gesamteinnahmen der dänischen Robotikunternehmen stiegen 2018 um 18 Prozent und erreichten 995 Millionen Dollar, wobei die Exporte um 26 Prozent zunahmen. »Diese Zahlen sind insofern von besonderer Bedeutung, als es in Dänemark noch vor 15 Jahren keine nennenswerte Robotikindustrie gab«, führt Jürgen von Hollen aus.