Baumer, Hengstler und Kübler Neue offene Motor-Feedback-Schnittstelle

Jochen Feiler (Hengstler, links), Gebhard F. Kübler (Kübler Group) und Karsten Just (Baumer) bei der Präsentation der SCS-open-link-Schnittstelle
Jochen Feiler (Hengstler, links), Gebhard F. Kübler (Kübler Group) und Karsten Just (Baumer) bei der Präsentation der SCS-open-link-Schnittstelle

Die Sensor- und Drehgeber-Hersteller Baumer, Hengstler und Kübler haben eine offene, standardisierte Motor-Feedback-Schnittstelle präsentiert: SCS open link. Die neue Schnittstelle ermöglicht einen Austausch bidirektionaler Daten wie etwa Positionsdaten von Encodern zwischen Motor und Drive.

Baumer, Hengstler und Kübler verstehen sich als Initiatoren einer wachsenden Community, die einen offenen Schnittstellen-Standard etablieren will, um Antriebsherstellern künftig eine größere Flexibilität bei der Auswahl des zu ihrer Anwendung passenden Drehgebers zu ermöglichen.

SCS open link (Single Cable Solution) ist eine mit besonderem Fokus auf Motor-Feedback-Anwendungen entwickelte Schnittstelle. Sie ist als Ein-Kabel-Lösung konzipiert und unterstützt 2- und 4-Draht-Anwendungen. Die Schnittstelle ermöglicht Kabellängen bis 100 m, Übertragungsraten bis 10 MBaud und Reglerzyklen bis 32 kHz. Für funktionale Sicherheit ist das Protokoll zertifiziert bis SIL 3 / PL e. Eine neutrale Zertifizierung stellt die Kompatibilität von Geräten verschiedener Hersteller untereinander sicher.

Die Ein-Kabel-Lösung ermögliche, wie es hieß, eine Verringerung von Anschlusskosten und Kabelvarianz um bis zu 50 Prozent. Durch den Wegfall des zweiten Motor-Feedback-Kabels und des Anschlusssteckers für den Motor-Feedback-Encoder ergäben sich motorseitig Platzeinsparungen und mehr Freiheiten beim Design, was besonders bei kleinen Servomotoren ein wichtiger Aspekt sei. Dank schneller Datenübertragung sorge SCS open link bei Antriebssystemen für eine hohe Auflösung und Genauigkeit sowie für eine große Laufruhe und gute Rundlaufeigenschaften. Weil die Schnittstelle es ermögliche, weitere Daten von Sekundärsensoren beispielsweise für die Temperaturüberwachung oder das Condition Monitoring zu übertragen, erfülle sie obendrein die heutigen und zukünftigen Anforderungen von Industrie 4.0 und IIoT. Zudem zeichne sie sich durch ein transparentes Lizenzmodell aus, das die Offenheit auch hinsichtlich möglicher weiterer Anbieter sicherstelle.

»Am Markt für Servoantriebe zeigt sich ein starkes Bedürfnis nach kompatiblen Motor-Feedback-Systemen, mehr Flexibilität und einem zukunftssicheren, nicht-proprietären Standard; sprich: es besteht ein dringender Wunsch nach einer offenen, sicheren Ein-Kabel-Lösung« - laut Gebhard F. Kübler, geschäftsführender Gesellschafter der Kübler-Gruppe, war dies die Triebfeder für die Initiative. Die neue Schnittstelle SCS open link erfülle diese Anforderungen.

»Ein zentraler Punkt ist die hohe Flexibilität durch Angebote verschiedener Drehgeber-Hersteller und die einfache Implementierung von SCS open link auf Basis eines Mikrocontrollers, die eine hohe Innovationskraft sowohl auf Maschinen- als auch auf Motorenebene sicherstellt«, erläutert Jochen Feiler, Geschäftsführer von Hengstler. »SCS open link beruht auf der von Hengstler entwickelten Schnittstelle ‚ACURO link‘ und ist dazu komplett rückwärtskompatibel.«

Auf der gemeinsamen Website www.scs-open-link.org werden ab sofort alle relevanten Informationen zur Schnittstelle bereitgestellt. Die Website dient als Kontaktpunkt sowohl für interessierte Anwender als auch für weitere potentielle Lizenznehmer. Jedes einzelne Mitglied treibt das Angebot an SCS-open-link-fähigen Sensoren und die Marktbearbeitung separat voran. Auf der Messe SPS IPC Drives in Nürnberg Ende November werden somit alle drei Gründungsmitglieder individuelle Produkte und Lösungsansätze vorstellen.«