Hirschmann präsentiert auf der Messe SPS/IPC/Drives zwei neue Industrie-Firewalls Netzwerksicherheit im Fokus

In einem lüfterlosen Hutschienengehäuse steckt die Industrie-Firewall »Eagle30-0402« von Hirschmann.
In einem lüfterlosen Hutschienengehäuse steckt die Industrie-Firewall »Eagle30-0402« von Hirschmann.

Auf der Messe SPS/IPC/Drives stellt Hirschmann zwei Industrie-Firewalls mit Byres' »Tofino«-Technik vor - nach Firmenangaben die ersten, die in konvektionsgekühlten Hutschienengehäusen untergebracht und zugleich mit bis zu sechs Ethernet-Ports ausgestattet sind.

Die Belden-Tochter Hirschmann engagiert sich verstärkt im Bereich Netzwerksicherheit (Security). Deutlichstes Zeichen dafür ist die Übernahme des Security-Spezialisten Byres Security vor zwei Monaten.

Im Belden-Konzern verankert ist Byres Security als Tochtergesellschaft der in Neckartenzlingen ansässigen Hirschmann Automation and Control GmbH. »Schon vor der am 1. September vollzogenen Übernahme haben wir eng mit Byres Security zusammengearbeitet«, erläutert Dr. Peter Fröhlich, Director R&D Networking & Controls bei Hirschmann. »Byres fungierte als Lieferant der ‚Tofino’-Technik für unsere Industrie-Firewalls der ‚Eagle’-Familie. Hirschmann hat also seinen Lieferanten übernommen, auch um auf dessen Anwendungskompetenz direkt zurückgreifen zu können.« Bei »Tofino Industrial Security« handelt es sich um eine verteilte, von einem zentralen Rechner aus konfigurierte und verwaltete Sicherheitslösung, mit der sich innerhalb eines Steuerungsnetzwerks ein wirksamer Schutz vor Cyber-Attacken einrichten lässt.

»Das ‚Stuxnet’-Virus hat der Branche vor Augen geführt, dass die Bedrohung durch Cyber-Angriffe nicht eingebildet, sondern real ist«, betont Fröhlich. »Die Unternehmen erwachen langsam und erkennen, welche Versäumnisse der vergangenen Jahre sie jetzt ausbaden müssen.« Angesichts dessen haben die Neckartenzlinger jetzt angekündigt, den Schutz vor Cyber-Attacken zum integralen Bestandteil jeder von ihnen gelieferten Netzwerk-Infrastruktur zu machen. Schon im kommenden Jahr soll die »Tofino«-Technik neben den »Eagle«-Firewalls in weiteren Netzwerk-Geräten unterschiedlicher Formfaktoren Einzug halten. Zuvor aber, auf der Messe SPS/IPC/Drives, stellt Hirschmann die beiden Firewalls »Eagle20-0400« und »Eagle30-0402« vor, die bis zu sechs Ethernet-Ports bieten und künftig auf Wunsch auch mit verschiedenen WAN-Schnittstellen verfügbar sein werden.

Die Variante »Eagle20-0400« hat vier Ports mit 100 MBit/s, das Modell »Eagle30-0402« dagegen vier Ports mit 100 MBit/s und zwei mit 1 GBit/s, wobei die beiden Gigabit-Schnittstellen als SFP-Ports realisiert sind. Zunächst wird die Hardware nur über Ethernet-Ports verfügen. Spätere Hardware-Versionen werden auch WAN-Schnittstellen unterstützen, einschließlich ADSL, SHDSL, VDSL, E1/T1 und UMTS.

»Der wichtigste Vorteil der beiden Firewalls gegenüber Wettbewerberprodukten ist die größere Anzahl von Schnittstellen«, kommentiert Mark Cooksley, Produkt-Manager für Security und Netzwerk-Management bei Hirschmann. »So muss in vielen Anwendungen nur noch ein einziges Gerät statt wie bisher mehrerer implementiert werden - das bedeutet Platz- und Kosteneinsparungen.«

Die beiden Firewalls haben Zertifizierungen für die Energieerzeugung und -verteilung sowie für die Öl- und Gasindustrie. Sie lassen sich in einem erweiterten Temperaturbereich betreiben und bieten flexible Installationsmöglichkeiten und breite Eingangsspannungsbereiche.

SPS/IPC/DRIVES 2011, Halle 10, Stand 120