High-End-Kommunikations-Controller »netX«-Familie wird nach oben erweitert

Renesas Electronics und der Industrie-Kommunikationstechnik-Hersteller Hilscher GmbH werden gemeinsam einen High-End-Kommunikations-Controller für industrielle Hochleistungs-Steuerungen entwickeln. Dies haben die beiden Unternehmen auf der Messe SPS/IPC/Drives angekündigt.

Das SoC wird unter dem Namen »netX 4000« als neues Mitglied von Hilschers Kommunikations-Controller-Familie »netX« auf den Markt kommen. Vermarktet werden soll es ausschließlich von Hilscher. Erste Muster sind für April 2013 vorgesehen und sollen auf der Hannover Messe 2013 präsentiert werden. Die Entwicklung kundenspezifischer Derivate wird ebenfalls ab diesem Zeitpunkt möglich sein. Die Serienproduktion soll im vierten Quartal 2013 beginnen.

Entwickelt wird das Plattform-SoC auf Basis eines Zweikern-ARM-Cortex-A9-CPU-Systems mit 600 MHz Taktrate, das in einer 40-nm-Prozesstechnik von Renesas implementiert ist und High-Speed-Peripheriefunktionen wie PCI Express, USB 2.0, Gigabit Ethernet, Chiffrierungseinheit und Grafikbeschleunigung bietet. Das SoC verfügt zudem über Standard-Peripheriefunktionen wie eine DDR2-Speicherschnittstelle, ein SRAM/Flash-Interface, ein SD-Karten-Interface, präzise A/D-Wandler und Standard-Timereinheiten, um bereits bei der Produkteinführung eine frühzeitige Software-Entwicklung zu ermöglichen. Ergänzt wird der Plattformteil des SoC durch einen vom Anwender programmierbaren Bereich, der es Kunden erlaubt, das Basis-SoC gemäß ihren individuellen Anforderungen zu modifizieren.

Neben der ARM-Cortex-A9-CPU mit 600 MHz Taktrate umfasst der »netX 4000« eine ARM-Cortex-R4-CPU mit 200 MHz Taktfrequenz, zwei xPIC-RISC-CPUs mit jeweils 100 MHz Taktrate sowie vier universelle Kommunikationskanäle für den Betrieb mit Feldbussen und Echtzeit-Ethernet-Systemen aller Art. Damit eignet sich der »netX 4000« für Automatisierungsgeräte wie SPSen, HMIs und Antrieben. Der Controller wird nicht nur die Hardware umfassen, sondern auch eine Reihe einsatzbereiter Betriebssysteme wie Linux unterstützen. Verschiedene Software-Treiber für Standard-Peripherieelemente und Grafik-Software sind geplant, um ein wiederverwendbares System für die Integration in künftige High-End-Steuerungen, Servoumrichter oder HMIs zu ermöglichen.

»Mit dem High-End-Kommunikations-Controller 'netX 4000' werden wir technisch einen großen Schritt nach vorne gehen«, erläutert Hans-Jürgen Hilscher, Geschäftsführer der Hilscher GmbH. »SPSen, Antriebe und Terminals mit Profinet IRT lassen sich damit als kompakte Single-Chip-Lösung aufbauen.«

Darüber hinaus werden die neu entwickelten Netzwerk-Controller »netX 51«, »netX 52« und »netX 6« der Hilscher GmbH ab dem ersten Quartal 2012 als Muster bereitstehen. Die Serienproduktion soll im dritten Quartal 2012 beginnen. Der »netX 51« ähnelt dem bereits bekannten »netX 50« und ist pin-kompatibel zu ihm, bietet aber einige zusätzliche Leistungsmerkmale. So unterstützt er die Version 2.3 der Profinet-Spezifikation mit der Übertragungsfunktion Dynamic Frame Packaging (DFP). Zudem verfügt er über erweiterte und leistungsfähigere Kommunikations-ALUs (Arithmetic Logic Units). Sein interner Speicher umfasst 670 kByte statt wie beim »netX 50« 112 kByte. Neben der mit 200 MHz getakteten ARM-966-CPU bietet der »netX 51« eine zusätzliche RISC-CPU für zeitkritische Anwendungen. Wie der »netX 50« ist er in einem 19 x 19 mm großen PBGA-Gehäuse mit 324 Pins untergebracht.

Die Versionen »netX 52« und »netX 6« bieten die erweiterten Funktionen des »netX 51«, stecken aber in einem nur 15 x 15 mm großen BGA-Gehäuse mit 244 Pins. Anders als bei »netX 50« und »netX 51« lässt sich an sie kein externer Speicher anschließen. Der »netX 6« hat keine interne ARM-CPU, benötigt also eine Host-CPU.