Übernahme Mit Vipa wird Yaskawa zum »Total Solution Provider«

Wolfgang Seel, Vipa: »In Yaskawa habe ich einen Partner gefunden, dessen Produktportfolio zu dem von Vipa passt.«
Wolfgang Seel, Vipa: »In Yaskawa habe ich einen Partner gefunden, dessen Produktportfolio zu dem von Vipa passt.«

Die Nachricht, dass Yaskawa die Anteilsmehrheit von Vipa übernimmt, sickerte schon eine Woche vor der SPS IPC Drives durch. Auf der Messe gaben die beiden Unternehmen weitere Einzelheiten bekannt.

Als weiterhin eigenständiges und mittelständisch geprägtes Unternehmen wird Vipa künftig eine von drei Divisions von Yaskawa Europe bilden - neben »Drives & Motion« und »Robotics«. Der Name Vipa bleibt ebenso bestehen wie das Vipa-Logo. »Wir sind gerade dabei, uns vom Komponentenhersteller zum 'Total Solution Provider‘ zu entwickeln - die SPS-Systeme, I/O-Module und HMI-Panels von Vipa machen dies möglich«, erläuterte Manfred Stern, President von Yaskawa Europe, anlässlich der Messe SPS IPC Drives. »Die Kombination dieses Produktportfolios mit unseren Frequenzumrichtern, Servoantrieben, Motion-Steuerungen und Industrierobotern gestattet es uns, umfassende Automatisierungslösungen für eine Vielzahl von Märkten anzubieten. Die Produktpaletten der beiden Unternehmen überlappen sich nicht, sondern ergänzen sich zu 100 Prozent.«

Vipa-Vertriebsleiter Bobbie Linkenbach stimmte ihm zu: »Die Aspekte 'Drives & Motion‘ und 'Robotics‘ haben uns für komplette Lösungen gefehlt«, führt er aus. »Künftig sind sie mit dabei.« Innerhalb von Yaskawa werde Vipa als »Excellence Center of Control« agieren. »Unser Geschäftsmodell werden wir vorerst so beibehalten, wobei wir einerseits neue Kunden aus den Bereichen 'Drives & Motion‘ und 'Robotics‘ gewinnen und andererseits unseren SPSen einen Zugang zum japanischen Markt verschaffen wollen«, ergänzte er. »Die typischen Vipa-Kunden sind Mittelständler - ihnen können wir in Zukunft komplette Lösungen anbieten.« Bestehende Kundenbeziehungen werden weitergeführt, unter anderem auch die Partnerschaft mit Lenze bezüglich des I/O-Systems »SLIO«. Keine Änderungen gibt es auch am Verhältnis zwischen Vipa und seiner 100-Prozent-Tochter Profichip.

Wie es zu der Transaktion kam, verdeutlichte Vipa-CEO Wolfgang Seel: »Mein Mitgesellschafter wollte seine Anteile abgeben, so dass ich einen Partner suchen musste, dessen Produktportfolio zu dem von Vipa passt«, sagte er. »Diesen Partner habe ich in Yaskawa gefunden.« Eine Minderheitsbeteiligung an Vipa wird Seel ebenso behalten wie die Geschäftsführung des Unternehmens.

Für die nähere Zukunft steht eine wichtige Aufgabe an: »Wir werden die Aspekte 'SPS‘, 'Drives & Motion‘ und 'Robotics‘ in eine Software-Suite integrieren, und zwar in die Engineering-Umgebung 'Speed7 Studio‘, die wir auf der SPS IPC Drives vorgestellt haben«, betont Linkenbach. »'Speed7 Studio‘ ist unsere erste eigene Engineering-Software; wir werden aber 'Step7‘-kompatibel bleiben.«