Cobot-Familie als Automatisierungs-Tool Mehr Flexibilität durch sieben Achsen

Dieter Pletscher (links) zusammen mit dem Unternehmensgründer Kristian Kassow

Gut ein halbes Jahr nach seinem Markteintritt hat der dänische Leichtbauroboter-Hersteller Kassow Robots schon eine beachtliche Produktpalette mit bald drei Cobot-Modellen vorzuweisen. Aber wodurch zeichnen sich die Geräte aus, und mit welcher Strategie will sich das Unternehmen am Markt behaupten?

Dieter Pletscher, Sales Manager bei Kassow Robots, nimmt Stellung.

Markt&Technik: Kassow Robots ist im Juni 2018 auf der Messe Automatica erstmals sichtbar geworden. Was hat sich seitdem in dem Unternehmen getan?

Dieter Pletscher: Viel – wir sind sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist. Schon die Messe lief hervorragend, es war viel los am Stand, und wir hatten gute Gespräche. Mit inzwischen über zehn Partnern und Automatisierungs-Spezialisten aus ganz Europa sind wir regional schon breit vertreten – und weitere Abschlüsse mit Partnern kommen. Zudem zeigten wir uns im Herbst auf zwei Messen: auf der FachPack – zusammen mit der Project-Unternehmensgruppe aus Kranenburg – und auf der SPS IPC Drives – auf dem Stand der Murrplastik Systemtechnik GmbH. Die Kollegen aus Kranenburg zeigten in Nürnberg eine Live-Anwendung unseres Cobots für Banderolieren.

Welche Strategie will Kassow Robots in den nächsten Jahren verfolgen?

Aktuell konzentrieren wir uns vor allem auf die Produktion der ersten beiden Cobots KR 810 mit 850 mm Reichweite und 10 kg Traglast sowie KR 1205 mit einer Reichweite von 1200 mm und einer Traglast von 5 kg – beide Modelle haben sieben Achsen. Mit unserem KR 1805, der eine Reichweite von 1800 mm, eine Traglast von 5 kg und ebenfalls sieben Achsen hat und den wir als echten Meilenstein betrachten, stehen wir in den Startlöchern. Das Ziel ist aber eine noch darüber hinaus gehende Produktfamilie. Doch wir gehen jetzt erst einmal einen Schritt nach dem anderen und wollen erst ausgereifte Produkte in den Markt bringen, bevor die nächsten Modelle folgen. Mittelfristig wollen wir uns mit einem abgerundeten Portfolio von kraftvollen und leicht programmierbaren kollaborativen Robotern von einem Großteil anderer Cobot-Anbieter unterscheiden.

Auch beim Vertriebsnetz gehen wir Schritt für Schritt vor. Mittelfristig wollen wir ein starkes, engmaschiges Netzwerk von Partnern haben. Wie erwähnt, sind wir regional in Europa schon heute recht breit aufgestellt, wenn man bedenkt, dass wir erst vor gut einem halben Jahr begonnen haben. Und natürlich erweitern wir das Partnernetz stetig. Dabei ist es uns wichtig, Automatisierungsunternehmen und -unternehmer zu gewinnen, die auch von der Firmenphilosophie zu uns passen. Sie sollen viel Wert auf vertrauensvolles Miteinander und mittelständisches Denken legen. Bei den bisherigen Partnern ist das der Fall, und wir sind sehr zufrieden.

Wie will sich Kassow Robots mit seinen Produkten von Wettbewerbern und ihren Produkten unterscheiden?

Da muss man nochmal kurz reflektieren, was der Antrieb von Kristian Kassow bei der Unternehmensgründung und der Entwicklung der Kassow-Robots-Produktfamilie war. Ihm war und ist wichtig, dass Mittelständler aller Betriebsgrößen mit unseren Cobots eine Vielzahl von Automatisierungsaufgaben effizient lösen können. Mit unserem Gesamtpaket können wir genau solchen Industriekunden etwas Besonderes bieten. Herzstück unserer industriellen Cobots und das Besondere – so denke ich, dürfen wir sagen – sind unsere neu entwickelten Gelenke: Sie zeigen eine einzigartige Kombination aus viel Kraft und Geschwindigkeit, und dennoch sind sie sehr kompakt. Nicht zu unterschätzen ist das bei der hohen Reichweite und Traglast der Cobots.

Und on top können wir punkten mit einfacher Programmierung und hoher Bedienerfreundlichkeit. Kurz gesagt: Wir bieten Endkunden – unabhängig von der Betriebsgröße – mit unseren 7-Achsen-Cobots eine starke Ergänzung für ihre Automatisierungslösungen. Eine besondere Rolle spielt auch die siebte Achse, mit der wir einen zusätzlichen Freiheitsgrad hinzufügen – sie sitzt beim Ellbogengelenk und ermöglicht auch seitliche Bewegungen. Mit nur sechs Achsen wäre das nicht möglich. Der echte Mehrwert aber ist das Gesamtpaket mit hoher Reichweite und Traglast – und das trotz Aluminium-Leichtbau.