Auch für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres gibt sich Lenze optimistisch Lenze: Vor-Krisen-Niveau in greifbarer Nähe

Dr. Erhard Tellbüscher, Lenze: »Die Auftragsvergabe an den Maschinenbau ist gut, und die Auftragspolster sind entsprechend hoch.«
Dr. Erhard Tellbüscher, Lenze: »Die Auftragsvergabe an den Maschinenbau ist gut, und die Auftragspolster sind entsprechend hoch.«

Lenze ist wieder auf Wachstumskurs: Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Umsatz von 567,0 Mio. Euro erzielt und damit seinen Rekord von 620,8 Mio. Euro im Jahr 2007/08 noch nicht erreicht, aber das Niveau des Jahres 2008/09, nämlich 505,4 Mio. Euro, deutlich überschritten.

Um 36 Prozent, genauer gesagt: von 416,9 auf 567,0 Mio. Euro, hat der Antriebs- und Automatisierungstechnik-Hersteller seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2010/2011 (1. Mai 2010 bis 30. April 2011) gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Erhard Tellbüscher ist dies das bisher stärkste Wachstum der Unternehmensgeschichte. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten stieg auf 48,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro), und das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro).

»Die tiefe Wirtschaftskrise wechselte rasch in ein äußerst kräftiges Wachstum«, erläuterte Tellbüscher. »Wir waren auf einen Anstieg vorbereitet, jedoch überraschte uns die Vehemenz, die einen zeitweisen Anstieg des Auftragseingangs von beinahe dem Doppelten des Vorjahres hervorrief.«

Im Geschäftsjahr 2010/2011 habe sich die Erholung der Weltwirtschaft durch die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken, durch staatliche Konjunkturprogramme sowie durch anhaltendes Wachstum in China, Indien und Lateinamerika weiter fortgesetzt. »Bereits im ersten Halbjahr waren deutliche Wachstumsimpulse auf allen relevanten internationalen Märkten zu spüren«, analysierte Tellbüscher. »Dieser Trend hat sich in der zweiten Jahreshälfte nochmals verstärkt. Damit erlebte auch Lenze nach einem scharfen Einschnitt einen ebenso steilen Aufschwung.«

Die Finanzlage der Lenze-Gruppe habe sich im Geschäftsjahr 2010/2011 deutlich verbessert: »Zwar sank die Eigenkapitalquote von 60 auf 58 Prozent«, sagte Tellbüscher. »In absoluten Zahlen aber nahm die Ausstattung des Unternehmens mit Eigenmitteln deutlich zu, der relative Rückgang ist also eine Folge des hohen Wachstums.«

Die Zahl der zum Ende des Berichtsjahres in der Lenze-Gruppe beschäftigten Mitarbeiter stieg um 199 Personen auf 3096 (Vorjahr: 2897). Im Durchschnitt waren im Berichtsjahr 3054 Mitarbeiter (Vorjahr: 2972) tätig. Die durchschnittliche Zahl der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter sank im Geschäftsjahr 2010/2011 von 1635 auf 1585 Personen. Der Anteil der im Inland tätigen Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft ging damit von 55 Prozent im Vorjahr auf knapp 52 Prozent zurück. »Dies ist eine Folge des überdurchschnittlichen Wachstums anderer Märkte, besonders des asiatischen, und des guten Wachstums auf dem amerikanischen Kontinent«, verdeutlichte Tellbüscher. »Dort wurde entsprechend Personal aufgebaut.«

Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2010/2011 mehren sich laut Tellbüscher jetzt die Anzeichen für ein langsameres Wirtschaftswachstum. »Die Finanzkrisen einzelner europäischer Länder und der USA sowie die Drosselung von Krediten in China führen außerdem zu neuen Unsicherheiten«, führte er aus. Optimistisch bleibe er aber dennoch: »Wir schätzen den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2011/2012 positiv ein«, betonte er. »Die Auftragsvergabe an den Maschinenbau ist gut, und die Auftragspolster sind entsprechend hoch.« So könne das Umsatzwachstum am Ende des Geschäftsjahres eventuell doch etwa 10 Prozent betragen.