Medizintechnik und Komplettlösungen stehen auch diesmal im Fokus Jubiläums-Vision unter einem Hallendach

Thomas Walter, Messe Stuttgart: »Der Schritt, die ’Medical Discovery Tour‘ einzurichten, hat sich als richtig erwiesen.«
Thomas Walter, Messe Stuttgart: »Der Schritt, die ’Medical Discovery Tour‘ einzurichten, hat sich als richtig erwiesen.«

Zur 25. Auflage der Vision als internationaler Fachmesse für Bildverarbeitung erwarten die Veranstalter einen neuen Aussteller- und Flächenrekord. Erstmals findet die Messe in Halle 1 des Stuttgarter Messegeländes statt, die mehr als doppelt so groß ist wie die bisher genutzten Hallen 4 und 6.

»One Vision« - das Motto der Jubiläums-Vision steht unter anderem dafür, dass erstmals die gesamte Branche unter einem Hallendach vereint ist: in der als »L-Bank-Forum« bezeichneten Halle 1, der mit rund 21.000 qm bei weitem größten Halle des neuen Messegeländes am Stuttgarter Flughafen. Und gerade zur Jubiläums-Vision rechnet die Messe Stuttgart als Veranstalterin mit einem neuen Aussteller- und Flächenrekord: Mehr als 360 Aussteller haben sich angemeldet, und über 21.000 qm Brutto-Ausstellungsfläche sind belegt - in Halle 1 und im Eingangsbereich davor.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Vision parallel zum wirtschaftlichen Boom der Branche ihre Bestmarken von 2010 übertroffen: 7055 Besucher und 351 Aussteller waren präsent nach 6752 Besuchern und 323 Ausstellern im Jahr 2010. Bemerkenswert ist auch der hohe Internationalisierungsgrad der Vision: Immerhin 36 Prozent der Besucher kamen 2011 aus dem Ausland, zwei Prozent mehr als 2010. Insgesamt reisten Besucher aus 49 Ländern an, wobei vor allem aus Asien ein deutlicher Besucheranstieg zu verzeichnen war. Noch höher war der Auslandsanteil bei den Ausstellern: Er stieg von 44 Prozent im Vorjahr auf jetzt 46 Prozent. Vertreten waren 161 ausländische Aussteller aus 31 Ländern, davon 36 aus den USA, 14 aus der Schweiz, 13 aus Japan, 12 aus Großbritannien, 9 aus den Niederlanden und 9 aus Kanada.

Nicht von ungefähr sieht Thomas Walter, Bereichsleiter Industrie & Technologie der Messe Stuttgart, die Vision von folgenden vier Trends geprägt: »wachsende Aussteller- und Besucherzahlen; zunehmendes Interesse von Endanwendern, die nach Lösungen suchen; einen verstärkten Fokus auf nicht-industrielle Applikationsbereiche sowie steigende Teilnahme aus dem Ausland«. Das Konzept der Vision 2012 verfolge daher nicht nur die Präsentation von Bildverarbeitungskomponenten als solchen, sondern auch der intelligenten Kombination der Komponenten, also von kompletten Bildverarbeitungs-Systemen und Anwendungslösungen. Ein Highlight sei hier die »Integration Area«, in der ausschließlich Systemanbieter und -integratoren ihre Applikationen zeigen: »Sie ist die Anlaufstelle für den Endanwender«, sagt Walter. »Hier kann er seine Problemlösung finden und Kontakte zu Systemintegratoren aufbauen.« Die ‚Integration Area‘ wird heuer zum vierten Mal ausgerichtet und ist direkt im Eingangsbereich der Halle 1 platziert.

Als immer wichtigeres nicht-industrielles Anwendungsfeld der Bildverarbeitungstechnik kristallisiert sich die Medizin heraus. Auf der Vision spiegelt sich dies in der »Medical Discovery Tour« wider, die im vergangenen Jahr erstmals markiert wurde. »Dieser Schritt hat sich als richtig erwiesen, denn der Anteil der Besucher aus der Medizintechnik ist von 8 Prozent 2010 auf 10 Prozent 2011 gestiegen«, stellt Walter klar. Die »Medical Discovery Tour« ist eine Art Medizintechnik-Parcours, auf dem Aussteller ihre Bildverarbeitungs-Produkte, -Applikationen und -Dienstleistungen speziell für die Medizintechnik zeigen. Erkennbar sind die Aussteller, die an der Tour teilnehmen, am besonderen »Medical-Discovery-Tour«-Logo.

Nicht nur die Vision selbst feiert in diesem Jahr ein Jubiläum, sondern auch der »Vision Award« als Preis für angewandte Bildverarbeitung: Er wird zum 20. Mal vergeben. Eine fünfköpfige Jury ermittelt aus allen Einreichungen den Preisträger für die aus ihrer Sicht herausragendste Innovation des Jahres 2012.

Umfangreich ist diesmal wieder das weitere Rahmenprogramm der Vision: Auf den »Industrial Vision Days« stellen Referenten aus Forschung und Industrie in rund 40 Vorträgen neue Entwicklungen und Anwendungen für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete der Bildverarbeitungstechnik vor. Die hochkarätige Vortragsreihe, die 1997 ins Leben gerufen wurde, ist auch heuer wieder zentraler Treffpunkt für Experten, die ihr Wissen auffrischen wollen und nach neuen, wirtschaftlichen Lösungen suchen. Sie wird vom VDMA-Fachbereich Industrielle Bildverarbeitung, dem ideellen und fachlichen Träger der Vision 2012, organisiert.

Zum fünften Mal in Folge vermittelt die Vision Academy (Erfurt) unter dem Motto »Wissensbausteine für Wissensdurstige« an allen drei Messetagen jeweils vier dieser Bausteine. Geboten wird Anwendungs- und Technik-Know-how für Newcomer der Bildverarbeitung, Endanwender sowie Systemhäuser und Maschinenhersteller.

Die Sonderschau »Internationale Bildverarbeitungs-Standards«, gestaltet von den Organisationen AIA, EMVA und JIIA, macht den Nutzen und praktischen Einsatz der Standards in anschaulichen Exponaten transparent. Im Mittelpunkt stehen dabei Hochgeschwindigkeits-Schnittstellen wie CoaXPress und CameraLink HS.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird es auf der Vision 2012 zum dritten Mal ein »Career Center« geben, das kostenfreie Karriere-Coachings für Hochschulabsolventen, Young Professionals und erfahrene Ingenieure anbietet. Die Beratung übernehmen Experten von wirth+partner. Zudem präsentiert wieder ein »Job Board« aktuelle Stellenanzeigen von Ausstellern, die auch online auf der Vision-Homepage abrufbar sind.