ams und Osram Jetzt mögen sie sich

Die Übernehmeschlacht um Osram geht in die nächst Runde.

Die CEOs von Osram und ams empfehlen in einem gemeinsamen Brief an die Aktionäre, die Kaufofferte anzunehmen – die ursprüngliche Skepsis des Osram-Vorstandes ist gewichen.

Zwar lehnt der Osram-Betriebsrat eine Übernahme weiter ab, das Frankfurter Oberlandesgericht hatte aber den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Finanzaufsicht Bafin Anfang der Woche abgelehnt.

Damit ist es eher unwahrscheinlich, dass das Vorhaben noch gerichtlich gestoppt werden könnte.

Auch wenn der Vorstand von Osram von der Übernahme durch die kleinere ams nicht begeistert war und das auch Kund hält Olaf Berlien, CEO von Osram, das Angebot von 41 Euro je Aktie jetzt doch für sehr attraktiv, wie er in dem gemeinsamen Brief an die Aktionäre schreibt. Zudem stelle die Übernahme durch ams die nachhaltige Zukunftsfähigkeit von Osram sicher und sei deshalb auch im Interesse der Belegschaft. In den vergangenen Wochen habe Osram mit ams sehr konstruktive und vertrauensvolle Gespräche auf Augenhöhe geführt, die zu rechtlich bindenden Ergebnissen geführt haben:
 
• ams steht vollumfänglich hinter der bereits eingeleiteten Transformation Osrams von einem traditionellen Lichthersteller zu einem Hightech-Photonik-Unternehmen.
• An den deutschen Standorten wird es bis zum 31. Dezember 2022 keine fusionsbedingten Kündigungen geben.
• München wird Co-Konzernzentrale mit starken Führungsteams und großer Bedeutung für das gemeinsame Unternehmen.
• Die strategische Ausrichtung und der Integrationsplan werden gemeinsam erarbeitet.
• Ziel ist es, eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea, SE) zu schaffen, in deren Name der Name OSRAM enthalten ist und deren Aufsichtsrat von 9 auf 12 Personen anwächst.
• Brigitte Ederer – ehemaliges Vorstandsmitglied der Siemens AG und frühere Aufsichtsratsvorsitzende der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) – wird die Umsetzung der Vereinbarung als unabhängige »Monitorin« sicherstellen.

Alexander Everke, CEO von ams, fasst in dem Brief noch einmal zusammen, warum er die Übernahme für sinnvoll hält: Der  Zusammenschluss mit ams biete die große Chance, die Neuausrichtung von Osram noch schneller voranzutreiben. Es könne ein europäischer Weltmarktführer für Sensorlösungen und Photonik entstehen, was eine Wachstumsperspektive für beide Unternehmen darstelle.

Die Aktionäre haben nun bis zum 5. Dezember 2019 Zeit, auf das Angebot einzugehen. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 55 Prozent.