Neue Optical-Bonding-Technik von Hummel für Multitouch-Anwendungen in der Industrie Hohe Brillanz bei hoher Robustheit

»Hummel-Glas-Bonding Technologie«: Vergleich der Brillanz links ohne, rechts mit Optical Bonding
»Hummel-Glas-Bonding Technologie«: Vergleich der Brillanz links ohne, rechts mit Optical Bonding

Prozesssichere Optical-Bonding-Verfahren, nach denen sich HMI-Touchpanels luftblasenfrei und folglich mit besonders hoher optischer Qualität fertigen lassen, waren bisher für Standard-Anwendungen in der Industrie zu kostspielig. Die Hummel AG hat jetzt aber eine Methode entwickelt, die zuverlässig luftblasenfreies Optical Bonding für übliche industrielle HMI-Anwendungen möglich macht.

Optisch gebondete Displays sind keine Neuheit. Sie kommen seit mehr als 30 Jahren beim Militär in Luftwaffe und Marine zum Einsatz, besonders in Bordinstrumenten von Militärflugzeugen und Militärbooten. Gute Lesbarkeit der Instrumente bei Sonneneinstrahlung, Reduzierung unerwünschter Blendeffekte und Spiegelungen sowie Vermeidung von Kondensation in den Anzeigeelementen bei wechselnden Umgebungsbedingungen sind hier die wichtigsten Kriterien.

Der Begriff »Optical Bonding« bedeutet »transparente Flüssigverklebung« und steht für eine Klebetechnik, die optische Komponenten wie etwa Displays, Touch oder Frontglas mit einer besonders hohen optischen Qualität miteinander verbindet. »Die Besonderheit liegt darin, dass hochtransparente, indexangepasste Klebstoffe verwendet werden, um im Gesamtverbund eine möglichst klare Darstellung der Anzeigeelemente auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen zu erzielen«, verdeutlicht Dr. Günther Waibel, Leiter Geschäftsbereich Eingabesysteme bei der Hummel AG im südbadischen Denzlingen.

Ein vollständiger Verguss der Zwischenräume stellt im Produktionsprozess sicher, dass sich zwischen Anzeigeelement und Frontglas keine Lufteinschlüsse befinden, so dass Kondensationseffekte gänzlich auszuschließen sind. Das Ausfüllen des Luftspalts verhindert zudem Parallaxen-Fehler und interne Reflexionen, was die optische Performance bei ungünstigen Tageslichtverhältnissen deutlich verbessert. »Ein weiterer Vorteil ist die hohe Brillanz, die vor allem in Verbindung mit den neuen lichtstarken LED-Backlight-Displays erzielt wird«, erläutert Waibel. »Der Einsatz von LEDs gestattet ein höheres maximales Kontrastverhältnis; Farben wirken intensiver und realistischer. Die von Reflexionen an den Grenzflächen verursachten optischen Verluste werden durch indexangepasste Klebstoffe geringer, was zu einem höheren Kontrastverhältnis und einer deutlich größeren Lichtausbeute führt.«

Neben den optischen Vorteilen ermöglicht Optical Bonding einen robusteren Gesamtaufbau - für den rauen Industrieeinsatz ein großes Plus. Die fest miteinander verbundenen Glaskomponenten wirken wie Verbundsicherheitsglas und sind daher sehr widerstandsfähig gegenüber Vibrationen, thermischen Spannungen und Schockbelastungen.