Industrie 4.0 und KI als ein System Hannover glänzt mit »German Engineering«

Die Messe als 5G-Pionier

Ebenfalls viel Aufmerksamkeit zog das Thema 5G auf sich – durch die 5G-Arena in Halle 16 und die Rolle der Deutsche Messe AG als 5G-Pionier. Denn die 5G-Arena gab einen Vorgeschmack sowohl auf das, was die Branche vom künftigen Mobilfunkstandard erwartet, als auch auf die Pläne der hannoverschen Messegesellschaft selbst: Bis Sommer 2020 will sie sämtliche Hallen und das Freigelände mit 5G-Infrastruktur ausstatten. Das Gebiet wird damit zu einem Testfeld, das jederzeit 5G-Echtzeit-Anwendungen in einer geschützten und kontrollierten Umgebung ermöglicht. Schon jetzt gab es in der mit Unterstützung von Nokia und Qualcomm realisierten 5G-Arena acht Showcases zu sehen – von einzelnen Industrierobotern bis zum Nachbau einer Automobilproduktionsanlage im Miniaturformat.

Um die besonderen Belange der Automatisierungs- und Fertigungsindustrie in den laufenden Standardisierungsprozess einzubringen, hat sich vor einem Jahr die 5G Alliance for Connected Industries and Automation (5G-ACIA) gegründet, der inzwischen 47 Mitglieder angehören. Aktuell verfolgt die 5G-ACIA laut ihrem Vorsitzenden Andreas Müller (Bosch) vor allem das Ziel, eine größere internationale Präsenz zu erlagen. Dazu sollen etwa multinational besetzte Workshops in Seoul und Chicago beitragen, wie Müller in Hannover berichtete.

Als einen »riesengroßen industriepolitischen Erfolg« wertet ZVEI-Präsident Michael Ziesemer, dass es dem ZVEI gelungen sei, »einen Teil der so eminent wichtigen Frequenzen aus der Auktion herauszuhalten und für die Industrie freizuhalten. 5G kommt damit dort an, wo es seine Stärken am besten ausspielen kann: in den Unternehmen.« Dabei will er öffentliche und private Netze nicht gegeneinander ausspielen. In kritischen Bereichen der Produktion aber könnten öffentliche Netze und die dort herrschenden Wettbewerbsbedingungen, denen die Telekommunikationsunternehmen unterliegen, nicht die richtigen Antworten geben. Andererseits führten proprietäre Systeme immer in eine Sackgasse, deshalb sei die Standardisierung der öffentlichen und privaten Netze so wichtig.

Flexible und kostengünstige Automatisierung

Auch in der Leichtbaurobotik tut sich Einiges – auf der Hannover-Messe konnten sich die Besucher davon ein detailliertes Bild machen. So treten immer mehr Unternehmen mit Cobots, Greifern sowie anderen Subsystemen und Komponenten für die Leichtbaurobotik auf den Markt. Zudem bauen Hersteller wie der Marktführer Universal Robots, aber auch schon Startups wie Franka Emika ein Ökosystem aus passenden Subsystemen, Komponenten, Vertriebs- und Systemintegrations-Partnern sowie Communities auf. Der Fokus verschiebt sich dabei offenbar von „echter“ Mensch-Roboter-Kollaboration hin zu flexibler und kostengünstiger Automatisierung ohne MRK, aber eben auch ohne Schutzzäune und Käfige für die Roboter. »Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass die Roboter einfach und intuitiv zu bedienen sind, sich flexibel einsetzen lassen, schnell und kostengünstig arbeiten und ohne Schutzzäune oder Käfige auskommen«, betont Helmut Schmid, Geschäftsführer der Universal Robots (Germany) GmbH und General Manager Western Europe.