SAP trotzt Corona-Krise Guter Start ins Jahr 2020

Der Hauptsitz von SAP in Walldorf.
Der Hauptsitz von SAP in Walldorf.

Das Betriebsergebnis von SAP erhöhte sich im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf 1,48 Mrd. Euro.

Die operative Marge sank um 1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr auf 22,7 Prozent. »Die Geschäftstätigkeit in den ersten beiden Monaten des ersten Quartals war solide«, ist im Quartalsbericht von SAP zu lesen. Die Auswirkungen der Corona-Krise hätten sich aber zum Ende des ersten Quartals rasch verstärkt, weil eine bedeutende Zahl von Neuabschlüssen verschoben worden sei. Dies spiegele sich vor allem im erheblichen Rückgang der Softwarelizenzerlöse gegenüber dem Vorjahr wider.

»Im Zuge der völlig neuen globalen Herausforderungen rund um die Corona-Pandemie profitierten wir von der grundlegenden Stabilität unseres Geschäftsmodells und der nachhaltigen Bedeutung unseres Portfolios«, erklärt Vorstandssprecher Christian Klein. SAP wolle sich darauf konzentrieren, den Anteil der besser planbaren Umsätze zu steigern, um die kommende Zeit zu meistern und in dem veränderten Umfeld stärker agieren zu können.  Christian Klein wird SAP künftig alleine führen, nachdem Jennifer Morgan SAP verlässt, wie SAP mitteilte. Damit ist die Doppelspitze nach wenigen Monaten zerbrochen.

Die Zahlen

Die Cloud-Erlöse stiegen um 27 Prozent auf 2,012 Mrd. Euro, die Cloud- und Softwareerlöse um 6 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro und die Umsatzerlöse um 7 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro. Die Softwarelizenzerlöse sanken um 31% im Vergleich zum Vorjahr auf 451 Mio. Euro. Die Cloud- und Softwareerlöse stiegen um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 5,40 Mrd. Euro und um 5 Prozent währungsbereinigt. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 6,52 Mrd. Euro und um 5 Prozent währungsbereinigt.

Der Anteil der besser planbaren Umsätze an den gesamten Umsatzerlösen stieg im ersten Quartal um 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf 76 Prozent.

Korrigierte Jahresprognose

Für das Gesamtjahr hat das Unternehmen die Prognosen wegen der Corona-Krise gesenkt. Für die Clouderlöse erwartet SAP jetzt einen Wert zwischen 8,3 und 8,7 Mrd. Euro (2019: 7,01 Mrd. Euro, erwartet wurden ursprünglich zwischen 8,7 und 9 Mrd. Euro), für die Cloud- und Software-Erlöse zwischen 23,4 und 24 Mrd. Euro (erwartet wurden zwischen 24,7 und 25,1 Mrd. Euro, 2019: 23,09 Mrd. Euro) für die Umsatzerlöse 27,8 bis 28,5 Mrd. Euro (erwartet wurden 29,2 bis 29,7 Mrd. Euro, 2019: 27,63 Mrd. Euro). Das Betriebsergebnis werde zwischen 8,1 und 8,7 Mrd. Euro liegen (2019: 8,21 Mrd. Euro). Hier hatte SAP am Jahresanfang mit einem Ergebnis zwischen 8,9 und 9,3 Mrd. Dollar gerechnet.

Der angepasste Ausblick geht davon aus, dass sich das aufgrund der Corona-Krise derzeit schwierige Marktumfeld, das von einer schwachen Nachfrage geprägt ist, bis ins zweite Quartal verschlechtern wird, bevor sich die Lage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert, wenn Länder ihre Wirtschaft wieder hochfahren und die Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung aufgehoben werden.