Siemens Gegenwind im Umbruch

Die Skulptur »The Wings« des Star-Architekten Daniel Libeskind ist vor der Zentrale der Siemens AG zu sehen.
Die Skulptur »The Wings« des Star-Architekten Daniel Libeskind ist vor der Zentrale der Siemens AG zu sehen.

Mitten im größten Umbruch der letzten Jahre legt Siemens am Donnerstag seine Jahreszahlen vor. Die negative Konjunkturentwicklung hat Siemens bereits gespürt.

»Die kommenden drei, vier Quartale erwarten wir eine anhaltende zyklische Abschwächung in der Autoindustrie und im Maschinenbau«, hatte Finanzchef Ralf Thomas bereits zum Abschluss des dritten Quartals (April bis Juni) gesagt. Das betrifft vor allem die sonst erfolgsverwöhnte Sparte Digital Industries, in der diese beiden Branchen für gut ein Drittel der Umsätze verantwortlich sind.

Und gerade die Sparte Digital Industries soll im neuen, schlankeren Siemens die zentrale Rolle spielen, denn hier sind die höchsten Margen zu holen. Wie gut sie Konjunkturschwankungen verkraften kann, wird mit über die Zukunft des Konzerns entscheiden.

Zudem befindet sich Siemens mitten in der Umbruchphase: In zwölf Monaten wird der Münchner Konzern anders aussehen. Geht alles nach Plan, ist bis dahin das Energiegeschäft als Siemens Energy an die Börse gebracht. Und auch über die Nachfolge und den Zeitplan für den Abschied von Konzernchef Joe Kaeser soll dann entschieden sein.

Einige Gesellschaften, an denen Siemens mehrheitlich beteiligt ist, haben bereits Zahlen vorgelegt. Das Windenergie-Joint-Venture Siemens Gamesa, an dem der Konzern die Mehrheit hält, litt im vergangenen Quartal unter sinkender Profitabilität. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Mehr Freude dürfte Kaeser an der börsennotierten Gesellschaft Siemens Healthineers haben, an der der Konzern die Mehrheit hält. Deren am Montag vorgelegte Zahlen wiesen deutliche Steigerungen bei Gewinn und Umsatz aus.

Für den Mutterkonzern erwarteten Analysten zuletzt ein verbessertes viertes Quartal. Für das ist derzeit Kaeser verantwortlich – sein Vertrag läuft bis Anfang 2021. Doch sein Kronprinz steht mit Roland Busch bereits in den Startlöchern. Seit Oktober ist er Vizechef des Konzerns. Dieser neu geschaffene Posten gilt auch als eine Art Probezeit für den Manager. Bei der Vorlage der Jahreszahlen dürften daher besonders viele Augen auf ihn gerichtet sein.