Zwang zur Nachhaltigkeit wird Fabrik der Zukunft gestalten Frost & Sullivan: "Die Zukunft ist drahtlos"

Muthukumar Viswanathan, Frost & Sullivan: "Nachhaltigkeit wird künftig zum unentbehrlichen Bestandteil unternehmerischen Engagements."
Muthukumar Viswanathan, Frost & Sullivan: "Nachhaltigkeit wird künftig zum unentbehrlichen Bestandteil unternehmerischen Engagements."

Mobile und drahtlose Technologien, Cloud Computing, Robotik und integrierte Unternehmens-Software werden in der Industrie gemeinsam ein organisches Ökosystem bilden, dem Nachhaltigkeit als Schwerpunkt zugrunde liegt. Diese Prognose gab die Marktforschungsgesellschaft Frost & Sullivan gestern auf einer Pressekonferenz.

"Nachhaltigkeit wird künftig zum unentbehrlichen Bestandteil unternehmerischen Engagements", erläuterte Muthukumar Viswanathan, Practice Director Europe, Industrial Automation & Process Control and Measurement & Instrumentation bei Frost & Sullivan. "Steigende Kohlendioxidemissionen verbunden mit strikteren Umweltrichtlinien werden den Zwang zur Nachhaltigkeit über verschiedene Abteilungen und Einheiten in den Fabriken hinweg verstärken."

Viswanathan zufolge wird die Fabrik der Zukunft eine ganzheitliche Integration von Best-of-Breed-Produkten umfassen. Unternehmens-Software wird beispielsweise mit ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning), Product Lifecycle Management (PLM) und Manufacturing-Execution-Systemen (MES) verschmelzen. "Eine vollständige Integration von ERP-PLM-MES wird in einem Unternehmens-Ökosystem resultieren, in dem Planung, Innovation und Ausführung eine synchronisierte Geschäftsstrategie sein werden, die den Bedarf des Endnutzers effizient und effektiv bedienen wird", verdeutlichte Viswanathan.

Die Evolution der Fabrik der Zukunft wird laut Viswanathan definitiv Auswirkungen auf den industriellen Automatisierungsmarkt haben: "Optimistische Prognosen in Frost-&-Sullivan-Studien", betonte er, "gehen unter anderem davon aus, dass der Europamarkt für verteilte Steuerungssysteme und SPSen auf 8,9 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 anwachsen wird."

Drahtlose Technik ist nach Viswanathans Worten dabei, zum Meilenstein in der Entwicklung der künftigen Fabrik zu werden. "RFID, Wi-Fi und WiMax werden die IT-Infrastruktur und Versorgungslandschaft mit etwa 80 Prozent im Jahr 2020 durchdrungen haben", sagte er.

Drahtlose Datennetzwerke, Videoüberwachung in Echtzeit und virtuelles Monitoring werden Viswanathan zufolge den Fabrikablauf optimieren und fundierte Entscheidungen im Hinblick auf den Prozessablauf ermöglichen. "Dank des Aufkommens und des exponentiellen Wachstums mobiler und drahtloser Technologie ist das Betriebspersonal in der Fabrik der Zukunft nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz innerhalb eines Kontrollraums gebunden", führte er aus. "Digitale Tablets, die mobile Technologien nutzen, werden konventionelle Bedienpulte ersetzen und dem Fabrikpersonal eine virtuelle Produktionsfläche bieten, die sich zur kritischen Analyse und Entscheidungsfindung nutzen lässt. Die Mitarbeiter werden in der Lage sein, Produktionslinien zu verfolgen, Instandhaltungsprozesse durchzuführen und Verfahrensfragen von ihren Tablets aus zu beobachten, während sie sich selbst innerhalb der Fabrik hin und her bewegen."

Der Einsatz von Cloud Computing wird, so Viswanathans Prognose, das Informations-Management in den Fabriken transformieren und einen signifikanten Einfluss auf die Geschäftsentscheidungen nehmen. Nach und nach werde Cloud Computing zum wesentlichen Mittel für Datenspeicherung und ein besseres Verständnis von Geschäftsdaten. Dies verhelfe dem Personal und der Geschäftsführung dazu, schnelle Entscheidungen zu treffen, die operationelle Effizienz zu erhöhen und den allgemeinen Investitionsaufwand zu verringern.

"Die Fabrik der Zukunft wird im Wesentlichen drahtlose Netzwerke haben, die einen hochautomatisierten Produktionsprozess unterstützen, der nahtlos verbunden ist mit der Unternehmens-Software, die durch eine Cloud arbeitet", resümierte Viswanathan. "Eine Highend-Fabrik wird zudem über bereichsübergreifende Fertigungsmechanismen definiert, die die bestmögliche Optimierung der Abläufe vorantreiben und die Nachhaltigkeit unterstützen werden."

SPS/IPC/Drives 2011, Halle 3, Stand 114